Unfallrisiko tief stehende Sonne

Blendendes Gegenlicht erschwert die Sicht im Verkehr, nicht selten sind Unfälle die Folge. So behält man den Durchblick.

04. Oktober 2021
2 Minuten

Wenn die Sonne tief steht, gilt für Autofahrerinnen und Autofahrer erhöhte Vorsicht: In einem flachen Einfallswinkel kann das Sonnenlicht blenden. Ist die Sicht nach vorne dadurch beeinträchtigt, steigt das Unfallrisiko. Eine Gefahr, die Verkehrsteilnehmende nicht unterschätzen sollten.

Kam es 2019 aufgrund von Witterungseinflüssen zu Unfällen mit Personenschaden, war blendendes Sonnenlicht mit 67,6 Prozent die mit Abstand häufigste Unfallursache. Das Problem: Geblendete Autofahrende erkennen unter anderem Verkehrszeichen, Ampeln, Radfahrende und zu Fuß Gehende und vor allem den Gegenverkehr deutlich schwerer und später. In den Morgen- und Abendstunden steigt das Risiko naturgemäß. Als erste Reaktion sollte sofort die Sonnenblende genutzt werden. Besonders gefährlich wird es, wenn man hinter Kurven, Kuppen oder Tunnelausfahrten aus dem Schatten fährt und plötzlich von der tief stehenden Sonne geblendet wird. Die folgenden Tipps helfen, das Unfallrisiko zu minimieren. 

2020 war bei 2.823 Unfällen mit Personenschaden blendendes Sonnenlicht die Hauptursache oder eine der Ursachen.

Den Durchblick behalten: mit sauberer Windschutzscheibe

Schlieren und Schmutz auf der Frontscheibe können das einstrahlende Sonnenlicht brechen und die Blendung verstärken. Darum sollte die Scheibe regelmäßig gereinigt werden – auch von innen. Außerdem die Scheibenwischanlage im Auge behalten: Abgenutzte Wischerblätter reinigen nicht, sondern verteilen den Schmutz. Der Stand des Wischwassers sollte regelmäßig überprüft werden.

Im Auto griffbereit: die Sonnenbrille

Neben der Sonnenblende ist eine im Auto aufbewahrte Sonnenbrille stets schnell zur Hand. Am besten legt man sie so zurecht, dass der Griff zur Brille keine Ablenkung verursacht oder eine Abwendung des Blicks vom Verkehrsgeschehen erfordert. Entspiegelte oder polarisierte Gläser reduzieren zusätzlich unerwünschte Lichtreflexe beziehungsweise Blendungen. Für die Brillengläser gilt dasselbe wie für die Windschutzscheibe: Gut geputzt heißt klare Sicht. 

Sollte die Sonnenbrille die Umgebung jedoch zu stark verdunkeln, ist eine heruntergeklappte Sonnenblende die bessere Wahl. Eine aufrechte Sitzposition sorgt dafür, dass der von der Blende geworfene Schatten auf die Augen fällt. Prinzipiell gilt: Vor Tunnelfahrten sollte eine Sonnenbrille stets abgenommen werden. 

Wenn weder Sonnenbrille noch Sonnenblende für bessere Sicht sorgen, hilft im Zweifel eine kurze Fahrpause, bis die Sonne weiterwandert und das Sonnenlicht nicht mehr beim Fahren stört. 

 

Welche Vorteile bieten polarisierte Brillengläser?

Sonnenbrillen mit polarisierten Gläsern schützen die Augen nicht nur vor einfallendem Sonnenlicht. Zusätzlich filtern sie einen Großteil der Strahlung reflektierender Oberflächen wie etwa nasser Straßen, Pfützen oder spiegelnder Flächen. So ermöglichen polarisierte Brillengläser auch bei sehr hellem Licht kontrastreiches Sehen und verhindern, dass die Augen ermüden. Dies geschieht mittels eines speziellen Filters auf der Glasoberfläche. Dessen Kristalle absorbieren vertikal einfallendes Licht und lassen nur waagerechte Lichtstrahlen hindurch. So schützen polarisierte Brillengläser die Augen vor dem gebündelten Licht reflektierender Lichtquellen. 

Rechtzeitig reagieren können: mit angepasster Fahrweise

Besonders im morgendlichen und abendlichen Berufsverkehr kann die Sonne unerwartet stark blenden. Dessen sollten sich Autofahrerinnen und Autofahrer vor allem in den Herbst- und Wintermonaten bewusst sein. Eine den Witterungsbedingungen angepasste Geschwindigkeit und ausreichend Abstand zu Vorausfahrenden helfen, bei Gefahr rechtzeitig reagieren zu können. Umgekehrt ist man für andere besser sichtbar, wenn man bei widrigen Lichtverhältnissen das Abblendlicht einschaltet. 

Bilder: Shutterstock

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