Richtig parken im Wald

Viele verbringen ihre Freizeit gerne im Grünen. Dort angekommen stellt sich oft die Frage: Wohin mit dem Fahrzeug?

27. Juli 2022
3 Minuten

Grüner wird’s nicht. Ob Pilze sammeln, mit dem Hund spazieren gehen oder sich einfach nur eine Auszeit gönnen: Unsere Wälder sind beliebte Naherholungsgebiete, die man oft nur mit dem Auto erreichen kann. Dort angekommen stellt sich dann die Frage: Wohin mit dem Fahrzeug?

Parken nur auf ausgeschilderten Parkplätzen

Wälder sind Ländersache. Im jeweiligen Landeswaldgesetz (LWaldG) ist festgeschrieben, was man darf und was nicht. Es ist grundsätzlich verboten, Fahrzeuge und Anhänger auf Waldboden abzustellen. Auch Motorräder und Motorroller sind von dieser Regel betroffen. Ausgenommen sind lediglich elektrische Krankenfahrstühle. Wer sein Auto also beim Ausflug ins Grüne parken möchte, muss das auf einem ausgeschilderten Parkplatz tun, sonst droht mitunter ein hohes Bußgeld.

Falschparken im Wald: Das sind die Kosten

Die Regeln und Bußgelder variieren je nach Bundesland. In Bayern etwa droht kein direktes Bußgeld für falsch im Wald abgestellte Fahrzeuge. Verursachen diese jedoch beispielsweise einen Waldbrand, so können erhebliche Schadenersatzforderungen folgen. In anderen Bundesländern können aber Bußgelder in Höhe von 1.000 Euro in Hessen, über 10.000 Euro in Berlin, bis hin zu 25.000 Euro in Nordrhein-Westfalen fällig werden.

Illegales Abstellen im Wald ist gefährlich

Personen, die ihr Fahrzeug unbedacht zwischen den Bäumen parken, gefährden nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt, sondern unter Umständen auch andere Besucherinnen und Besucher. Aber warum ist es eigentlich verboten, den eigenen Pkw zwischen den Bäumen abzustellen?

Waldbrandgefahr senken

Jedes Jahr entstehen Waldbrände, weil im Wald unerlaubt und fahrlässig gegrillt oder geraucht wird. Allein im Jahr 2020 gab es laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung 1.360 Waldbrände in ganz Deutschland[EW1] . Aber das ist nicht die einzige Gefahr. Vor allem in den Sommermonaten ist der Boden oft von trockenen Zweigen, Gräsern und Blättern bedeckt. Die heiße Auspuffanlage (Katalysator) am Unterboden des Autos kann das Unterholz unbemerkt entzünden. Parkplätze sind deswegen in der Regel entweder asphaltiert oder mit feuchtem Rindenmulch oder Kies ausgelegt. Das beugt der Waldbrandgefahr vor.

Im Jahr 2020 gab es 1.360 Waldbrände in ganz Deutschland.

Forstfahrzeuge und Rettungskräfte nicht behindern

Man ist selten allein im Wald. Menschen, die im Wald arbeiten, sollen die Wege ungehindert befahren können. Auch Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst müssen diese unter Umständen während eines Einsatzes benutzen. Wer sein Fahrzeug – auch wenn es unabsichtlich geschieht – in den Weg stellt, behindert die Rettungskräfte in ihrer wichtigen Tätigkeit und wird entsprechend zur Kasse gebeten.

Die Natur schonen

Durch das anhaltende Waldsterben sind unsere Wälder bedroht. Auch die Tiere und Pflanzen sind stärker gefährdet und müssen geschützt werden. Durch auslaufende Flüssigkeiten, Abgase oder die Verdichtung des Bodens durch schwere Fahrzeuge können Waldbewohner wie Wildschweine, Rehe, Eichhörnchen sowie Sträucher und Bäume noch weiter belastet werden. Wer die Wälder und die Umwelt schätzt, stellt sein Auto also nur auf den dafür vorgesehenen Flächen ab.

Wo der Wald anfängt

Woher wissen Verkehrsteilnehmende eigentlich, ob sie sich schon auf Waldboden befinden oder nicht? Allgemein gilt: Der öffentliche Verkehrsraum endet an der sogenannten Bankettaußenkante, dem Ende des befestigten Straßenrands. Ab hier sollten Verkehrsteilnehmende nur noch auf ausgeschilderten Waldparkplätzen parken. Waldwege zählen nicht als öffentliche Straßen und sind deswegen nicht durch Schilder gemäß der Straßenverkehrsordnung gekennzeichnet.

Wer die Wälder als Erholungsorte schätzt, sollte sich dort entsprechend rücksichtsvoll verhalten. Also: das Auto nur auf ausgeschilderten Parkplätzen abstellen und so die Umwelt respektieren und Geldbeutel schonen.

Campen im Wald

Unter Baumwipfeln schlafen ist für viele Naturbegeisterte eine traumhafte Vorstellung. Doch darf man überhaupt im Wald übernachten? Und was gilt es zu beachten? Wildes Campen, also das Übernachten im Zelt oder Wohnwagen abseits von Camping- oder Stellplätzen, ist in Deutschlands Wäldern generell verboten. Bei Zuwiderhandlung wird ein Bußgeld fällig. Die genauen Regelungen sind jedoch Ländersache. Handelt es sich bei einem Waldabschnitt um ein Privatgelände, entscheidet der Eigentümer, ob campiert werden darf.

Übernachten ist nicht gleich Campen. Biwakieren, also das Schlafen unter freiem Himmel ohne Zelt oder eine andere Abdeckung, ist gesetzlich nicht geregelt und daher nicht grundsätzlich verboten. Aber auch hier ist ein Anruf beim zuständigen Forstamt ratsam, um Zusammenstößen mit Wildschweinen oder Jägerinnen und Jägern vorzubeugen.
Anders sieht es auf ausgeschriebenen Naturlager- und Campingplätzen oder in Trekkinghütten aus. Hier darf übernachtet werden.

Übrigens: In Deutschland ist es grundsätzlich erlaubt, eine Nacht im Auto oder Van zu verbringen, um sich zu erholen. Allerdings auch nur dort, wo Parken generell gestattet ist.

Bilder: Shutterstock

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