Ein Schlag mit Folgen

Ein kleiner Steinschlag kann gravierende Folgen haben. Wie Sie sich bei einem Schaden richtig verhalten.

17. Februar 2022
3 Minuten

Sie befinden sich in den Reifen vorausfahrender Pkw und Lkw oder werden von der Straße hochgewirbelt: Kleine Steine können die Scheiben nachfolgender Fahrzeuge beschädigen. Hat der Übeltäter seine Spuren im Glas hinterlassen, sollte schnellstmöglich eine Werkstatt aufgesucht werden. Die meisten Glasschäden erfordern kein Austauschen der kompletten Scheibe.

Grundsätzlich gilt die Formel: Alle Schäden, die sich nicht im Blickfeld des Fahrers befinden, mindestens zehn Zentimeter vom Rand entfernt liegen und im Durchmesser kleiner als fünf Millimeter sind, dürfen repariert werden. Als Sichtfeld gilt eine Fläche von der Größe einer gefalteten Zeitung direkt vor der Fahrerin oder dem Fahrer. Dies entspricht ungefähr einem DIN-A4-Blatt im Querformat. Befindet sich der Schaden allerdings innerhalb dieses Blickfelds oder zu nahe am Rand der Scheibe, ist das Bruchrisiko zu hoch und die Scheibe muss in einer Fachwerkstatt ausgetauscht werden.

Was ist zu tun, wenn Ihr Fahrzeug von einem Stein getroffen wird? 

  1.  1.
    Ruhe bewahren: Legen Sie eine Pause ein und atmen Sie durch. Windschutzscheiben bestehen aus Verbundglas. Das Sicherheitsglas verhindert einen kompletten Durchschlag kleiner Steine.
  2.  2.
    Erste Hilfe für die Scheibe: die Scheibe von außen im Bereich des Schadens säubern und dann den Schaden mit einem Stück transparentem Klebefilm oder einem speziellen Scheibenpflaster abkleben, um das Eindringen von Schmutz und Feuchtigkeit in die Scheibe zu verhindern. Scheibenpflaster sind in Autowerkstätten erhältlich.
  3.  3.
    Termin in der Werkstatt vereinbaren, um so schnell wie möglich den Steinschlag begutachten und reparieren zu lassen. Wird der Schaden nicht rechtzeitig repariert, entsteht aus einem kleinen Steinschlag schnell ein Riss in der Scheibe.

Folgeschäden verhindern

Ein Steinschlag beschädigt meistens die obere Schicht der Frontscheibe. Durch weitere Erschütterungen breitet sich der Riss aus und bringt die gesamte obere Glasschicht zum Reißen. Das spezielle Sicherheitsglas der Windschutzscheibe verhindert ein Platzen der Scheibe. Die Reparatur eines Steinschlages ist in den meisten Kfz-Werkstätten möglich. Die Expertinnen und Experten reinigen die betroffene Stelle zuerst und verfüllen sie anschließend mit Spezialharz. Mithilfe einer Art Saugglocke über dem Riss wird Unterdruck erzeugt. Das Kunstharz wird in die feinen Risse des Steinschlages gezogen. Anschließend wird die betroffene Stelle mit UV-Licht ausgehärtet und überschüssiges Harz abgeschabt. Ein professionell ausgebesserter Steinschlag ist nach einer Reparatur nicht mehr sichtbar.

Wer bezahlt den Schaden?

Steinschläge sollten der Versicherung gemeldet werden, diese übernimmt die entstehenden Kosten oder gewährt einen Zuschuss. Eine Voll- oder Teilkaskoversicherung übernimmt die Kosten für eine Steinschlagreparatur in der Regel vollständig. Ist ein Austausch der Frontscheibe erforderlich, müssen Teilkaskoversicherte eine Selbstbeteiligung zahlen. Hier lohnt sich ein Blick in den Teilkaskovertrag, um die Höhe der Selbstbeteiligung in Erfahrung zu bringen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht für alle Fahrzeughaltenden. Sie kommt leider nicht für Glasschäden auf.

Bilder: Shutterstock

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