Heldinnen und Helden der Verkehrssicherheit

Viele Menschen engagieren sich täglich für die Verkehrssicherheit. Runter vom Gas stellt Berufe und Aufgaben vor.

04. August 2021
3 Minuten

Menschen, die sich aktiv für Verkehrssicherheit engagieren, finden im Alltag manchmal zu wenig Beachtung. Dabei setzen sie sich tagein, tagaus dafür ein, dass möglichst viele Verkehrsteilnehmende sicher ans Ziel kommen.

Im alltäglichen Verkehr vertrauen viele Menschen auf ihr Können und ihre Sinne. Zur Bewältigung komplexer oder riskanter Verkehrssituationen stehen ihnen aber noch andere Kräfte zur Seite: Schülerlotsinnen und –lotsen, Verkehrspolizistinnen und -polizisten, Winterdienstmitarbeitende und andere Berufsgruppen leisten täglich ihren Beitrag, damit wir sicher an unser Ziel kommen. Bei ihrer Arbeit werden sie oft zusätzlich von Ehrenamtlichen unterstützt.

Schülerlotsinnen und -lotsen

Gerade für jüngere Kinder kann der Schulweg zur Herausforderung werden. Sie kennen die Gefahrenstellen entlang des Weges noch nicht und können weder das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender noch ihr eigenes richtig einschätzen. Schülerlotsinnen und Schülerlotsen können beim Überwinden gefährlicher Straßenkreuzungen oder beim Navigieren durch den Verkehr helfen. Zudem sind sie darin geschult, Kinder für Gefahrensituationen zu sensibilisieren. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement übernehmen sie somit eine wichtige Rolle in der Verkehrserziehung.

Schülerlotsinnen und -lotsen ...

  • ermöglichen Schulkindern das Überqueren einer Straße oder Fahrbahn, sichern die Bewegung von Kindern im öffentlichen Raum: Dazu warten die Lotsinnen und Lotsen am sogenannten „Lotsenpunkt“, um von dort die Schülerinnen und Schüler über die Fahrbahn zu begleiten
  • übernehmen die Verkehrserziehung von jüngeren Kindern und sensibilisieren für Gefahrensituationen
  • dürfen aber nicht in den fließenden Verkehr eingreifen
  • der Einsatz ist freiwillig, ehrenamtlich und unbezahlt
  • der Einsatz erfolgt täglich vor und nach Schulbeginn

Verkehrspolizistinnen und Verkehrspolizisten

Zur Überwachung und Sicherung des öffentlichen Straßenverkehrs und der geltenden Verkehrsregeln werden Verkehrspolizistinnen und -polizisten eingesetzt; dazu gehört auch die Autobahnpolizei. Zu den Aufgaben der Verkehrspolizei gehört außerdem, Verkehrsordnungswidrigkeiten aufzunehmen und zu verfolgen oder Verkehrsunfälle zu protokollieren. Dazu kommt das Sichern von Unfallstellen und im Notfall das Anfordern anderer Sicherheits- und Versorgungskräfte. Ihr Einsatz kann durchaus gefährlich sein, zum Beispiel wenn es nach Unfällen auf Autobahnen zu unübersichtlichen Situationen kommt. Für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden zu sorgen, ist eine Herausforderung. Dieser stellen sich Verkehrspolizistinnen und -polizisten täglich und leisten so ganzjährig einen wichtigen Beitrag für die Verkehrssicherheit sowohl auf Landes- als auch auf Bundesstraßen. Das macht sie zu wahren Heldinnen und Helden der Verkehrssicherheit.

Verkehrspolizistinnen und Verkehrspolizisten …

  • überwachen und sichern den öffentlichen Straßenverkehr und die geltenden Verkehrsregeln
  • regeln den fließenden und ruhenden Verkehr
  • nehmen Verkehrsordnungswidrigkeiten auf und verfolgen diese
  • nehmen Verkehrsunfälle auf, sichern Unfallstellen und dokumentieren sie
  • sichern Gefahrguttransporte und begleiten diese
  • begleiten Staatsgäste, eskortieren bspw. Fahrzeuge oder errichten Straßensperren zu deren Sicherheit und regeln den angrenzenden Verkehr

Straßen und Autobahnmeistereien

Mitarbeitende von Straßenmeistereien und Autobahnmeistereien sind ganzjährig täglich im Einsatz. Zur Aufrechterhaltung eines funktionierenden Straßennetzes kontrollieren sie die Instandhaltung der Fahrbahnen, Brücken und Tunnel. Neben der regelmäßigen Streckenkontrolle übernehmen die Straßen und Autobahnmeistereien auch Verwaltungsaufgaben für die ihnen zugewiesenen Strecken.

Bei Schneefall sind die Mitarbeitenden der Straßen- und Autobahnmeistereien die Ersten im Einsatz: Als Winterdienste räumen sie die Straßen und bringen gleichzeitig Streugut aus. Mit großen Räumfahrzeugen befreien sie die Fahrbahn von Schnee und Eis. Oft müssen Winterdienste mehrmals täglich ausrücken, besonders wenn Blitzeis droht. Blitzeis entsteht, wenn Regen auf den gefrorenen Fahrstreifen fällt und dort sofort gefriert. Das geschieht sogar dann, wenn die Außentemperatur noch über null Grad liegt.

Bei viel Schneefall sind die Mitarbeitenden im Dauereinsatz: Sie fahren Tag und Nacht, damit Autofahrerinnen und Autofahrer sowie Fußgängerinnen und Fußgänger nicht durch die schlechte Witterung in Gefahr geraten. Ein anstrengender, aber unerlässlicher Dienst für die Verkehrssicherheit. Aufgrund der oft schlechten Witterung kommen Winterdienstfahrzeuge nur langsam voran. Andere Verkehrsteilnehmende sollten dann ebenfalls langsam fahren und die Fahrzeuge, wenn möglich, nicht überholen.

Mitarbeitende der Straßen- und Autobahnmeistereien sind oft durch Kleidung oder Zubehör mit retroreflektierendem oder fluoreszierendem Material gekennzeichnet, damit sie während ihrer Tätigkeiten an und auf Fahrbahnen oder bei schlechter Witterung und früh einsetzender Dunkelheit gut zu erkennen sind.

Straßenmeistereien …

  • kontrollieren Fahrbahnen und stellen ihre Befahrbarkeit her
  • sichern die Aufrechterhaltung eines funktionierenden Straßennetzes
  • übernehmen Grün- und Gehölzpflege neben der Fahrbahn
  • ergreifen Maßnahmen zur Bekämpfung von Eis und Schnee, bringen Streugut auf die Fahrbahn
  • übernehmen das Räumen von Straßen
  • unterhalten Rast- und Parkplätze
  • errichten Schutzmaßnahmen (stellen Warnhinweise auf, wie zum Beispiel Schneegatter und Schneezäune oder führen kontrollierte Lawinensprengungen durch)
  • arbeiten ganzjährig innerorts und außerorts, auf Autobahnen, auf Landes- und Bundesstraßen

Rettungsdienste

Kommt es zu einem Verkehrsunfall mit Personenschaden, übernehmen Rettungsdienste die medizinische Erstversorgung der Verletzten. Die Mitarbeitenden sind Notfallsanitäter, also medizinisch ausgebildetes Fachpersonal. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rettungsdienste üben diese Tätigkeiten entweder im Haupt- oder Nebenberuf aus. Gemeinsam mit Notfallärzten und Rettungshelfern prüfen sie den Gesundheitszustand von Unfallopfern, leisten Erste Hilfe und übernehmen den Krankentransport. Bei solchen Einsätzen muss es schnell gehen: Werden Rettungsdienste angefordert, liegt meist ein akuter Notfall vor. Rettungsdienstmitarbeitende werden gezielt für Notfallsituationen geschult. Bei ihrer Arbeit bewahren sie auch unter großem Druck Ruhe und Konzentration – eindeutige Heldinnen- und Heldeneigenschaften.

Um Leben retten zu können, müssen sie schnell an den Unfallort gelangen können. Dafür ist es wichtig, dass andere Verkehrsteilnehmende Rücksicht auf Rettungsfahrzeuge nehmen, Vorfahrt gewähren oder eine Rettungsgasse bilden. Kommen andere Verkehrsteilnehmende an einer Unfallstelle vorbei, an der Erste Hilfe geleistet wird, sollten sie Abstand halten und weiterfahren. Unfallstellen und Unfallopfer zu fotografieren oder zu filmen gilt seit vergangenem Jahr als Straftat und kann mit einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet werden.

Rettungsdienste …

  • helfen in medizinischen Notfällen aller Art schnell und sachgerecht durch den Einsatz von qualifiziertem Rettungsfachpersonal und die geeigneten Rettungsmittel 
  • leisten Erste Hilfe, versorgen Verletzte
  • erbringen psychologische Notfallversorgung; betreuen (Un-)Beteiligte
  • übernehmen Intensivtransporte
  • kommunizieren und koordinieren mit anderen Einsatzkräften und Helfenden, bspw. Feuerwehr, Polizei, Krankenhaus, fordern ggfs. weitere Unterstützung an

Feuerwehr

Immer wieder kommt es bei Verkehrsunfällen zu Bränden, beispielsweise wenn Flüssigkeiten wie Benzin oder Öl austreten und sich entzünden. In solchen Fällen wird die ortsansässige Feuerwehr über den Notruf verständigt, um am Einsatzort den Brand einzudämmen und zu löschen. Neben der Brandbekämpfung kommt der Lebensrettung von Menschen die höchste Priorität zu. Der Einsatz als Feuerwehrmann und als Feuerwehrfrau ist eine echte Heldentat: Sie begeben sich selbst freiwillig in gefährliche Situationen, um anderen Menschen zu helfen.

Neben der traditionellen Brandbekämpfung übernehmen die Feuerwehren vielseitige andere Aufgaben, die auch zur Verkehrssicherheit beitragen: Sie unterstützen die Rettungsdienste bei schweren Verkehrsunfällen und befreien Unfallopfer aus beschädigten Fahrzeugen. Dazu öffnen sie mit geeigneten Mitteln die Fahrzeuge, um eingeklemmte Menschen daraus zu befreien, damit diese notfallmedizinisch versorgt werden können.

Die Ausbildung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau richtet sich nach der ausgeübten Tätigkeit: Berufsfeuerwehr oder freiwillige Feuerwehr. Beide werden in Deutschland über die jeweilige Kommune organisiert. In der freiwilligen Feuerwehr engagieren sich Männer und Frauen in ihrer Freizeit und verpflichten sich, im Notfall jederzeit zum Einsatz bereit zu sein und darüber hinaus Bereitschaftsdienste und Übungen wahrzunehmen. Kinder und Jugendliche werden im Rahmen der Jugendfeuerwehren durch Übungen an die Tätigkeiten der Feuerwehren herangeführt. Die Teilnahme in solchen Gruppen ist besonders wichtig für die Nachwuchsförderung.

Feuerwehr …

  • kann als Berufsfeuerwehr, freiwillige Feuerwehr oder Werkfeuerwehr im Einsatz sein
  • übernimmt die traditionelle Brandbekämpfung: das Löschen
  • leistet bei Unfällen Hilfe und rettet Menschenleben
  • leistet Hilfe im Katastrophenfall
  • schützt vor und behebt Wasserschäden

Bilder: Shutterstock

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