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Rollen statt Rutschen

Was Pedelec-Fahrer im Winter beachten sollten.

 

14.02.2018

Pedelecs sind beliebt: In Deutschland ist die Anzahl der Elektrofahrrad-Besitzer in den vergangenen Jahren laut dem Portal Statista deutlich angestiegen. Mit 3,86 Millionen waren es 2017 fast 800.000 mehr als 2016 – ein Anstieg um knapp 25 Prozent. Gerade im Winter birgt das Fahren mit dem Pedelec jedoch Gefahren. Einige Tipps, um sicher anzukommen.

Fünf Prozent der Radfahrer in Deutschland benutzen ein Pedelec. Das zeigt der Fahrradmonitor 2017, der von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Die Vorteile des Elektrofahrrads liegen auf der Hand: Mit dem eingebauten „Rückenwind“ treten Pedelec-Fahrer auch bergauf noch bequem in die Pedale und kommen weniger ins Schwitzen. Viele ungeübte Fahrer unterschätzen jedoch die Leistung des Hilfsmotors. Gerade im Winter steigt damit das Unfallrisiko – vor allem auf glatter Fahrbahn.

Muss ich wirklich fahren?

Bevor sich Pedelec-Fahrer bei niedrigen Temperaturen auf den Weg machen, sollten sie sich fragen: Ist die Fahrt notwendig? Ob Glatteis auf den Straßen oder Schnee, der auf den Wegen liegt: Bei solchen Bedingungen kann ein Pedelec schnell ins Rutschen geraten. Bei Geschwindigkeiten bis zu 25 km/h ist der Bremsweg außerdem vergleichsweise lang. Das gilt insbesondere bei vereisten Strecken. Bei diesen Witterungsverhältnissen sollten Ungeübte das Pedelec im Zweifel stehen lassen – das gilt natürlich auch für das Fahrrad ohne Hilfsmotor.

Das Fahrverhalten von Pedelecs unterscheidet sich aufgrund des Hilfsmotors von anderen Fahrrädern. Insbesondere Fahranfänger sollten sich daher mit dem neuen Fahrrad zunächst vertraut machen, bevor es in den öffentlichen Straßenverkehr geht.

Übrigens: Angesichts des Verletzungsrisikos sollten besonders Kinder und ältere Fahrradfahrer bei Glätte das Fahrrad stehen lassen.

Was Pedelecs von S-Pedelecs und E-Bikes unterscheidet

Bei einem Pedelec (Pedal Electric Cycles) unterstützt ein 250-Watt-Elektromotor den Radfahrer während des Tretens – bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde. Um Räder dieser Art zu fahren, braucht man keinen Führerschein, kein Versicherungskennzeichen und keine Pflichtversicherung. Eine Haftpflichtversicherung wird allerdings empfohlen. E-Bikes beschleunigen ebenfalls bis zu 25 km/h – jedoch ohne Tretunterstützung des Fahrers. S-Pedelecs unterstützen den Radler sogar bis zu 45 km/h, wenn man in die Pedale tritt. S-Pedelecs und E-Bikes gelten als Kraftfahrzeuge beziehungsweise als Elektromofas. Sie benötigen eine Betriebserlaubnis und ein Versicherungskennzeichen. Für Fahrer von S-Pedelecs und E-Bikes besteht zudem eine Helmpflicht. Zum eigenen Schutz ist ein Fahrradhelm natürlich auch für alle anderen Radfahrer sinnvoll.

Hier erfahren Sie mehr über die Unterschiede zwischen Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes.

Behutsam anfahren

Machen sich Pedelec-Fahrer auf den Weg, sollten sie ihre Fahrhinweise den winterlichen Bedingungen anpassen. Das beginnt bereits beim Start: Um das Durchdrehen der Reifen zu vermeiden, verzichten sie beim Anfahren am besten auf starke Motorunterstützung. Insbesondere bei Schnee und Matsch sollten Pedelec-Fahrer darauf achten, dass der elektrische Antrieb erst zeitverzögert mit viel Drehmoment einsetzt. Wichtig ist auch: Den Sicherheitsabstand zu anderen Verkehrsteilnehmern erhöhen, aufmerksam fahren, die Geschwindigkeit den Straßen- und Verkehrsverhältnissen anpassen und bereits vor Kurven die Geschwindigkeit reduzieren.

Ein Helm gehört dazu

Sicherheit ist auf dem Fahrrad auch Kopfsache. In Deutschland besteht für Rad- und Pedelec-Fahrer keine Helmpflicht. Experten empfehlen aber immer einen Fahrradhelm zu tragen, weil er das Risiko schwerer Kopfverletzungen verringert. Bei S-Pedelecs und E-Bikes besteht eine Helmpflicht. Bei der Wahl des Helms ist wichtig: Das Modell sollte der Europanorm DIN EN 1078 (CE) entsprechen. Geprüfte Helme dieser Art erfüllen nach Angaben der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) die Sicherheitsstandards und bieten ein Mindestmaß an Schutz. Die CE-Angabe befindet sich in der Regel in der Innenseite des Kopfschutzes.

Winterreifen erhöhen die Haftung

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) rät dazu, im Winter Reifen mit starker Profilierung aufzuziehen – ähnlich wie beim Auto. Eine situative Winterreifenpflicht gibt es für Pedelecs und Fahrräder aber nicht. Auch können Radler sogenannte Spikereifen aufziehen. In jedem Fall sollten Pedelec-Fahrer den Reifendruck im Winter auf etwa ein bis 1,5 bar reduzieren. Dadurch vergrößert sich die Auflagefläche der Reifen.

Sehen und gesehen werden

Wie für andere Radfahrer gilt für Pedelec-Fahrer in der dunklen Jahreszeit: Sie müssen sichtbar sein und auf eine funktionierende Beleuchtung achten. Frontscheinwerfer und Rückleuchten sind ebenso Pflicht wie Reflektoren nach vorne und hinten sowie Pedalstrahler. Kleidung mit retroreflektierenden Flächen oder Reflexbänder bzw. reflektierendes Material an Taschen oder Rucksäcken oder reflektierende Speichenclips tragen ebenfalls zur Sichtbarkeit und damit Sicherheit bei. Noch einfacher: Bei Dämmerung oder Dunkelheit einfach eine Warnweste überziehen.

Bremsklötze im Blick haben

Im Winter gelangt viel Schmutz auf die Felgen. Zudem verschleißen die Bremsbeläge schneller. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) rät deshalb, vor jeder Fahrt die Bremsklötze zu kontrollieren und zu schauen, ob sie noch dick genug sind. Schneematsch putzen Pedelec-Fahrer am besten ab und halten ihr Fahrrad möglichst trocken. Das schützt das Pedelec vor Korrosion. Vor allem die Kette kann Rost ansetzen. Das heißt: Häufiger säubern und schmieren.

Den Akku warm lagern

Ein Pedelec verfügt über empfindliche technische Komponenten. Allen voran der Akku. Diesen sollten Pedelec-Fahrer erst kurz vor Fahrtantritt einsetzen und nach Ende der Fahrt abnehmen. Im Idealfall lagert er im Warmen. Eine Neopren-Akkuhülle hilft darüber hinaus, den Akku vor Kälte zu schützen. Während der Fahrt wärmt sich der Stromspeicher von selbst. Darüber hinaus bedürfen auch alle beweglichen Teile am Fahrrad der Pflege. Sie sollten zum Schutz vor Nässe, Schmutz und Streusalz regelmäßig geschmiert werden. Eine Fachwerkstatt kann hier weiterhelfen.

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