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Ältere Fußgänger im Straßenverkehr besonders gefährdet

Die Hälfte aller tödlich verunglückten Fußgänger ist 65 Jahre und älter. Tipps zur Unfallvermeidung.

 

20.11.2018

994 ältere Menschen starben 2017 bei Verkehrsunfällen in Deutschland. 245 von ihnen waren zu Fuß unterwegs. Größtenteils bei Unfällen, die vermeidbar gewesen wären, wenn Senioren umsichtiger und andere Verkehrsteilnehmer rücksichtsvoller gehandelt hätten. Hier die wichtigsten Daten und Fakten sowie Tipps zur Unfallvermeidung.

Senioren verletzen sich leichter und schwerer

Senioren verletzten sich häufig bei scheinbar harmlosen Unfällen bereits schwer. Das gilt nicht nur im Haushalt, sondern auch im Straßenverkehr. Eine Analyse der Unfallforschung der Versicherer (UDV) belegt dies: Bei einem Drittel aller Autounfälle mit schwerverletzten oder getöteten Fußgängern betrug die Geschwindigkeit unter zehn km/h. Bei solchen Unfällen sind 86 Prozent der dabei geschädigten Fußgänger über 70 Jahre alt. Die Verletzungen stammen dabei meist gar nicht vom Aufprall auf das Fahrzeug, sondern durch den Sturz auf den Boden.

Ältere Fußgänger sind häufiger in tödliche Unfälle verwickelt

Das belegen auch Zahlen des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2017. Demnach starben in der Altersgruppe 75 Jahre und älter 185 Fußgänger bei Verkehrsunfällen. In der Altersgruppe 65 bis 74 kamen hingegen 97 Fußgänger ums Leben – knapp die Hälfte. Die Zahl der getöteten ältesten Verkehrsteilnehmer wird laut der Unfallforscher der Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) durch die demografische Entwicklung noch weiter steigen.

Am häufigsten verunglücken Senioren beim Überqueren der Straße

Das wachsende Verkehrsaufkommen sorgt für zusätzliches Gefährdungspotenzial. In den 1950er-Jahren lag der Pkw-Bestand in Deutschland bei knapp drei Millionen Fahrzeugen. 2018 sind rund 46,5 Millionen Fahrzeuge unterwegs. Bis 2020 sollen der Pkw-Bestand um gut 20 Prozent und der von Lkw sogar um 34 Prozent weiter wachsen. Das steigende Verkehrsaufkommen birgt gerade für ältere Menschen Gefahren. Beispielsweise beim Überqueren einer Straße. 81 Prozent aller Fußgänger-Unfälle mit Senioren passieren, wenn diese eine Straße überqueren. Die Gründe: Hör- und Sehvermögen lassen zunehmend nach, Senioren können Abstände und Geschwindigkeiten schlechter einschätzen und das eigene Tempo lässt nach. Je breiter und komplexer eine Straße ist, desto schwieriger ist das Überqueren für Ältere. Sie sind häufig mit der Verarbeitung der vielen Informationen überfordert. Sie müssen nach links und rechts schauen sowie Tempo und Entfernung von Radfahrern, Autos und Bussen einschätzen, bevor sie die Entscheidung zum Queren treffen. Kommt es zum Unfall, haben knapp zwei Drittel der Senioren laut Angaben des Statistischen Bundesamtes nicht auf den Fahrzeugverkehr (66,4 Prozent) geachtet.

Defensiv und verständnisvoll: So schützen motorisierte Verkehrsteilnehmer oder Fußgänger ältere Menschen

  • Umsichtig fahren und Rücksicht nehmen, ältere Menschen sind langsamer.
  • Keine Gehwege zuparken, damit ältere Verkehrsteilnehmer nicht auf die Straße ausweichen müssen.
  • Augenkontakt zur Verständigung aufnehmen.
  • Bremsbereit sein, Senioren handeln oft unvermittelt.
  • Wenn Sie einen älteren Fußgänger sehen, der offensichtlich hilfsbedürftig ist, unterstützen Sie ihn freundlich, beispielsweise beim Überqueren einer Straße.

Geistiges Training hilft

Das Verarbeiten von Informationen lässt sich gut trainieren. Zum Beispiel durch regelmäßiges mentales Training, so das Ergebnis der Studie „Kognitives Training im Alter“ vom UDV. Auch Denkspiele wie Sudoku und regelmäßiges Lesen helfen, geistig fit zu bleiben.

Checkliste: Das können Senioren für ihre Sicherheit tun

  • Immer auf dem Gehweg bleiben.
  • Radwege und Fahrbahnen meiden.
  • Fahrbahnen am besten nur an gesicherten Übergängen mit Ampeln oder Zebrastreifen überqueren.
  • Ist kein gesicherter Übergang in der Nähe, die Straßenseite nicht diagonal, sondern zügig und direkt wechseln.
  • An Ampeln lieber warten, als noch auf den letzten Drücker loszugehen.
  • Bei Unsicherheit andere Passanten um Hilfe bitten.
  • Augenkontakt mit anderen Verkehrsteilnehmern aufnehmen oder Handzeichen geben, das hilft bei der Verständigung.
  • Nicht unvermittelt auf die Fahrbahn treten.
  • Kleidung oder Zubehör mit reflektierendem und fluoreszierendem Material tragen, um besser von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden.
  • Rutschfeste Schuhe tragen, besonders im Winter.
  • Regelmäßige Arztbesuche mit Seh- / Hörtests etc.

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