In der aktuellen Bilanz für das Jahr 2025 veröffentlicht das Statistische Bundesamt eine beunruhigende Entwicklung: Nach einer Phase des Rückgangs steigen die Verunglücktenzahlen auf unseren Straßen wieder leicht an. 2.832 Menschen kamen auf deutschen Straßen ums Leben – das sind 62 Getötete mehr als im Vorjahr. Insgesamt registrierte die Polizei rund 2,52 Millionen Unfälle. Das ist eine Zunahme von 0,4 Prozent.
Die detaillierte Unfallstatistik verdeutlicht die Risiken im Straßenverkehr. Jeden Tag starben im Schnitt acht Menschen bei einem Verkehrsunfall. Legt man die Gesamtzahl der im Straßenverkehr Getöteten auf die Bevölkerung von 83,5 Millionen Menschen um, zeigt sich: In Deutschland gab es etwa 3,4 Verkehrstote pro 100.000 Einwohnende.
Zudem erlitten im Jahr 2025 täglich durchschnittlich 1.017 Menschen Verletzungen im Straßenverkehr. Dabei sank die Zahl der Schwerverletzten auf einen Tiefstand von 135 Personen pro Tag. Der Wert der Leichtverletzten stieg hingegen auf 882 Personen (2024: 859) pro Tag an. Insgesamt registrierte die Polizei rund 297.000 Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden (Unfälle mit Personenschaden). Die Zahl der Betroffenen, die bei diesen Zusammenstößen Schaden nahmen, lag bei rund 371.000.
Wo passieren die meisten Verkehrsunfälle in Deutschland?
Wer sich die räumliche Verteilung ansieht, bemerkt einen klaren Unterschied zwischen der Anzahl der Unfälle und der Schwere der Folgen. Die meisten polizeilich registrierten Unfälle ereignen sich in Städten und Dörfern. Genau 74 Prozent der Unfälle und 66 Prozent aller Verletzten entfallen auf innerörtliche Gebiete. Hier treffen verschiedene Verkehrsteilnehmende wie Menschen im Auto, auf dem Fahrrad, auf dem E-Scooter oder zu Fuß auf engem Raum aufeinander. Innerorts starben 960 Menschen, 63 Prozent von ihnen waren mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs.
Das größte Risiko für einen tödlichen Ausgang liegt jedoch außerhalb der Städte: Ganze 56 Prozent (1.580 Personen) der Todesfälle ereigneten sich im Jahr 2025 auf Landstraßen. Innerorts waren es 34 Prozent und auf Autobahnen zehn Prozent. Gründe hierfür sind höhere Geschwindigkeiten, fehlende Trennungen zum Gegenverkehr, schlechte Überholmöglichkeiten und Hindernisse wie Bäume am Straßenrand, die die Gefahr drastisch erhöhen. Vor allem Insassinnen und Insassen von Pkw verunglücken hier häufig: Sie machen 54 Prozent der Getöteten auf Landstraßen aus.
Sicher unterwegs auf der Landstraße
Schmale Fahrbahnen und unerwarteter Gegenverkehr bei Überholmanövern verzeihen keine Fahrfehler. Deshalb setzt die Verkehrssicherheitsarbeit genau hier an. Nehmen Sie auf Landstraßen den Fuß vom Gas und überholen Sie nur bei uneingeschränkter Sicht! Informieren Sie sich auf der #fahrsicher-Website des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) und Bundesministeriums für Verkehr (BMV) über die Gefahren außerhalb von Ortschaften und nehmen Sie wertvolle Tipps für Ihre nächste Fahrt mit.
Die häufigsten Fehler: was die Statistik der Unfallursachen zeigt
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht: Verkehrsteilnehmende können fast jeden schweren Unfall durch vorsichtiges Verhalten verhindern. Doch was ist die Hauptursache tödlicher Verkehrsunfälle in Deutschland? Die Antwort lautet nach wie vor: nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit. Fast ein Drittel (29 Prozent) der Todesfälle waren darauf zurückzuführen, dass mindestens eine beteiligte Person das Tempolimit missachtete oder das Tempo nicht den Wetter- oder Straßenverhältnissen anpasste. Auf Autobahnen lag dieser Anteil sogar bei 42 Prozent der Getöteten.
Neben überhöhter Geschwindigkeit spielen mangelnder Sicherheitsabstand und Vorfahrtsfehler eine große Rolle. Sie machen jeweils 15 Prozent der Unfälle mit Personenschaden aus.
Altersgruppen im Vergleich: Wer trägt das größte Risiko?
Betrachtet man die Unfallstatistik Deutschlands nach Altersgruppen, fallen zwei Gruppen besonders auf:
- Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren: Die Zahl der Unfälle mit Verletzten in dieser Altersklasse nahm weiter zu – auf 56.100. Das entspricht einem Plus von
4,6 Prozent. Zudem verloren 1.115 ältere Menschen ihr Leben auf unseren Straßen – das sind 14 Getötete mehr als im Vorjahr. Damit machte diese Altersgruppe im Jahr 2025 genau 39 Prozent aller Verkehrstoten aus. Die meisten von ihnen verunglückten in einem Pkw (414 Personen) oder auf einem Pedelec (148 Personen). Mit zunehmendem Alter sinkt oft die Reaktionsgeschwindigkeit, was das Risiko für schwere Unfallfolgen erhöht. - Kinder: Außerdem zeigt die Statistik: Alle 18 Minuten verletzte sich ein Kind (rund 29.200) unter 15 Jahren bei einem Unfall. Das ist ein Zuwachs von 7,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt starben 74 Kinder (2024: 53) auf deutschen Straßen. Bei diesen Unfällen starben 31 Kinder im Auto, 22 verloren als Fußgängerin und Fußgänger ihr Leben und 13 verunglückten tödlich auf dem Fahrrad. Das verdeutlicht, wie wichtig eine vorausschauende Fahrweise ist.
Im Jahr 2025 verletzte sich im Durchschnitt alle 18 Minuten ein Kind auf deutschen Straßen.
Alkohol am Steuer: ein hohes Risiko – auch ohne Verletzte
Alkohol am Steuer bleibt auch weiterhin ein Risiko. Zwar sank die Zahl der Alkoholunfälle im Jahr 2025 leicht auf 34.800. Das ist ein Rückgang um 1 Prozent. Im Schnitt ereignete sich dennoch alle 15 Minuten ein Unfall unter Alkoholeinfluss. Dabei starben 170 Menschen, das sind 72 mehr als im Vorjahr, 17.900 wurden verletzt. Bitte beachten Sie: Auch ein Unfall mit Alkohol ohne Personenschaden – also ein reiner Sachschaden – hat erhebliche rechtliche Konsequenzen. Ab 0,3 Promille drohen bei auffälligem Fahrverhalten der vorläufige Entzug des Führerscheins, hohe Geld- oder Freiheitsstrafen sowie drei Punkte in Flensburg. Wer mit Alkohol im Blut fährt, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern nimmt anderen Menschen die Chance auf ein sicheres Ankommen.
Unser gemeinsames Ziel: Vision Zero
Jedes Unfallopfer ist eines zu viel. Mit der Strategie „Vision Zero“ arbeiten wir entschlossen an einer Zukunft ohne Getötete und Schwerverletzte im Straßenverkehr. Dieses Ziel können wir jedoch nur gemeinsam mit Ihnen erreichen. Gesetzliche Regeln und technische Hilfsmittel können im Straßenverkehr viel bewirken. Doch das wichtigste Werkzeug für mehr Sicherheit sind Sie selbst. Fahren Sie deshalb stets aufmerksam, halten Sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen und verzichten Sie konsequent auf Ihr Smartphone am Steuer. Nur mit gegenseitiger Rücksichtnahme gestalten wir den Straßenverkehr für alle sicher.
Weitere Informationen zur Unfallstatistik für das Jahr 2025 finden Sie auf der Website des Statistischen Bundesamtes.
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