Den Berg hinauf bei Schnee und Eis

Enge Kurven und eisige Pässe. Wer im Winter ins Gebirge fährt, muss sein Fahrzeug gut beherrschen.

21. Dezember 2022
2 Minuten

Gerade in den Wintermonaten sind Gebirge beliebte Urlaubsziele. Wer gerne Ski fährt oder die Idylle und Ruhe auf den Gipfeln genießt, nutzt meist den eigenen Wagen für die Anreise. Weil nicht alle Autofahrenden an enge und verschneite Gebirgspässe gewöhnt sind, zeigt „Runter vom Gas“, worauf Winterurlauberinnen und -urlauber achten sollten.

Die Strecke kennen

Wer im Winter in die Berge fährt, muss gut vorbereitet sein. Vor der Reise sollte man sich unbedingt über die Route informieren. Sind alle Straßen befahrbar? Aus welchem Untergrund bestehen sie? Viele Streckenabschnitte sind bei schlechten Witterungsverhältnissen oder Baustellen nicht befahrbar. Im Winter sind manche Wege gesperrt.

Bei Schnee und Eis ist im Gebirge besondere Vorsicht geboten.

Reifen und Fahrzeug überprüfen

Unfallfreies Fahren auf dem Berg hängt vor allem von der Haftung der Reifen ab. Denn besonders im Winter sorgt der Grip auf Wegen mit steilem Gefälle für eine sichere Durchfahrt. Daher sind bei winterlichen Verhältnissen Winterreifen ein Muss. Ganzjahresreifen eignen sich für milde Winter, jedoch keinesfalls für extreme Winterbedingungen.

Der Reifendruck und die Profiltiefe sind für ein gutes Vorankommen ausschlaggebend. Autofahrende sollten beides vor jeder Bergfahrt überprüfen. Darüber hinaus können auch weitere Faktoren wie das Reifenalter Einfluss auf die Bodenhaftung haben. Zusätzlich kann es in den Wintermonaten vorkommen, dass Fahrende im Gebirge Schneeketten anlegen müssen, um den Reifen auf zugeschneiten oder vereisten Straßen mehr Grip zu geben. In manchen Ländern wie zum Beispiel Norwegen, Österreich und der Schweiz sind sie für bestimmte Streckenabschnitte sogar vorgeschrieben.

Nicht zu schnell mit den Schneeketten! Was viele nicht wissen: Die zulässige Höchst- geschwindigkeit mit montierten Schneeketten liegt bei 50 km/h.

Wer es sich nicht zutraut, die Bereifung selbst zu überprüfen, sollte eine Fachwerkstatt aufsuchen. Hier können sich Autofahrende außerdem über Schneeketten und andere Ausrüstungsgegenstände informieren.

Am Berg richtig starten

Wer Angst hat, nach einem Halt auf steiler Piste beim Anfahren nach hinten zu rollen, sollte im Stand die Handbremse anziehen. Beim Gas geben sollte sie dann wieder gelöst werden, wenn sich die Motorhaube leicht hebt. So muss man nicht schnell mit dem Fuß zwischen Bremse und Gaspedal wechseln und gleichzeitig noch die Kupplung kommen lassen. Neuere Fahrzeuge sind oft mit einer automatischen Wegrollsperre für den Berg ausgestattet. Der Bordcomputer erkennt, wenn das Fahrzeug in Schräglage steht und blockiert die Räder. Beim Anfahren löst sich die Sperre automatisch.

Fahrverhalten und Regeln

Für eine sichere Autofahrt durch die Berge gilt es, das eigene Fahrverhalten den winterlichen Bedingungen anzupassen. Dazu gehört, dass man bergauf immer in einem niedrigen Gang unterwegs ist. Denn wenn sich die Räder auf dem glatten Untergrund schneller drehen, kommt das Fahrzeug am Hang besser vom Fleck. Die Faustregel: Das Fahrzeug sollte beim Treten des Gaspedals am Hang sofort beschleunigen. Eine Drehzahl von 3.000 Umdrehungen pro Minute ist hier durchaus sinnvoll.

Achtung: Je höher die Drehzahl, desto mehr Kraftstoff verbraucht das Fahrzeug. Da Tankstellen im Gebirge rar sind, sollte eine Bergtour nur mit vollem Tank angetreten werden.

Geht es nach einem langen Aufstieg endlich wieder bergab, darf man das Fahrzeug nicht einfach rollen lassen. Hier besteht die Gefahr, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit zu überschreiten und nicht mehr rechtzeitig auf Gefahren und Hindernisse reagieren zu können. Es gilt: Die Geschwindigkeit bergauf und bergab sollte die Gleiche sein.

Neben dem Auf- und Abstieg zeichnen sich viele Bergstraßen durch scharfe und nicht-einsehbare Kurven aus. Deswegen sollten Autofahrende frühzeitig abbremsen und am besten mit ungefähr 20 km/h und im zweiten Gang durch die Kurven fahren. Was außerdem zu beachten ist: Fahrzeuge, die bergauf unterwegs sind, haben in manchen Ländern Vorrang vor denen, die den Berg hinunterkommen. In Deutschland und Österreich ist das nicht ausdrücklich geregelt. In Schweiz, Frankreich und Italien gilt die Regel, dass Bergauffahrende Vorrang haben, sofern es sich um gleichartige Fahrzeuge handelt. Grundsätzlich sollte das Fahrzeug Platz machen, das sich näher an einer Ausweichstelle befindet. Außerdem sollten leichtere Fahrzeuge wie Pkw den schwereren wie Bussen oder Lkw ausweichen. Vor allem bei den eisigen Temperaturen gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren, damit alle sicher ans Ziel kommen und die Winterlandschaften genießen können.

Bilder: Shutterstock

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