Alles andere als ein Schleuderkurs

Auch im Straßenverkehr gilt: Wer sich weiterbildet, fährt besser. So laufen Fahrtrainings des DVR ab.

23. November 2017
2 Minuten

Das Kind, das zwischen parkenden Autos auf die Fahrbahn rennt. Der unvermittelt abbremsende Vordermann. Oder Aquaplaning auf der Autobahn: Situationen wie diesen kann jeder Auto- und Motorradfahrer begegnen. Um angemessen darauf zu reagieren, hat der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) mit seinen Partnern spezielle Fahrsicherheitstrainings entwickelt. Dabei lernen selbst erfahrene Fahrer, Risiken besser einzuschätzen und angemessener zu handeln.

Lebenslanges Lernen – auch beim Fahren

Entgegen der weitläufigen Meinung eignen sich Sicherheitstrainings nicht nur für Fahranfänger. Denn im Straßenverkehr gilt, was auch auf andere Lebensbereiche zutrifft: Weiterbildung und kontinuierliches Lernen helfen bei der Bewältigung neuer Herausforderungen. Im Straßenverkehr gehören dazu das wachsende Verkehrsaufkommen, ebenso die Verbreitung von Smartphones und die damit verbundene Gefahr der Ablenkung am Steuer. Auch technische Weiterentwicklungen oder Neuerungen wie die Einführung moderner Assistenzsysteme erfordern ein ständiges Auffrischen des eigenen Wissens.

Wenn die Selbsteinschätzung versagt

Laut Jürgen Bente, Referatsleiter für fahrpraktische Programme beim DVR, halten sich 80 Prozent der Autofahrer für gute Fahrer. Fahrsicherheitstraining? Wozu, man könne ja alles – sagen viele. Diese Selbstüberschätzung kann fatale Folgen haben. Allein eine Auffrischung der Kenntnisse mithilfe eines Fahrsicherheitstrainings hilft, Unfälle zu vermeiden. „Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein“, ist sich Jürgen Bente sicher.

Wer aufhört, besser zu werden, hört auf, gut zu sein.

Maßgeschneidertes Training

Ein guter Fahrtrainer spult nicht sein eigenes Programm ab, sondern berücksichtigt erlebte Verkehrssituationen und Vorkenntnisse der Kursteilnehmer. Die Trainer der DVR-Partner führen mit den Teilnehmern intensive Gespräche und passen ihr Programm den Bedürfnissen an. Dadurch fällt es leichter, eigene Fehler zu erkennen, das Verhalten anzupassen und: die Tipps im Alltag umzusetzen.

DVR-Fahrsicherheitstraining in Ihrer Nähe

Auf der DVR-Website finden Interessierte das für sie passende Fahrsicherheitstraining. Nach Eingabe der Postleitzahl sortiert die Website alle Angebote der zertifizierten DVR-Partner und listet sie nach Entfernung auf. Die Kosten für ein Pkw- oder Motorrad-Sicherheitstraining liegen zwischen 70 und 150 Euro.

Autofahrer bremsen falsch

Viele elementare Aspekte der Verkehrssicherheit sind laut Jürgen Bente manchen Fahrern nicht bewusst. Wer weiß noch, dass eine Verdoppelung der Geschwindigkeit den Bremsweg vervierfacht? Oder, dass Autofahrer bei einer Notbremsung sofort mit maximaler Kraft auf das Bremspedal treten sollten? Häufig beginnen Fahrer stattdessen das Bremsmanöver zaghaft und erhöhen den Bremsdruck nach und nach. Dann ist es aber meistens zu spät.

Das eigene Auto als Trainingsgerät

Um Grundkenntnisse wie diese so eingängig und nachhaltig wie möglich zu vermitteln, führen die Teilnehmer die verschiedene Übungen nicht mit einem fremden, sondern mit dem eigenen Fahrzeug durch. Denn jedes Fahrzeug hat ein individuelles Fahrverhalten. Beispielsweise haben Fahrzeuge ohne ein Antiblockiersystem (ABS) ein anderes Bremsverhalten als neuere Fahrzeuge mit ABS.

Es geht um Gefahrenvermeidung

Bei den vom DVR zertifizierten Fahrtrainings geht es schwerpunktmäßig um die Gefahrenvermeidung, das heißt: gefährliche Situationen sollen gar nicht erst entstehen. Im Mittelpunkt steht die Sensibilisierung für das eigene Fahrverhalten, dass den Wetter, Straßen- und Sichtverhältnissen anzupassen ist. Deshalb gibt es auch keine spektakulären dafür aber realistische Fahrübungen. Die Kurse richten sich nicht nur an Autofahrer sondern auch an Motorrad- und Berufskraftfahrer.

Dass das Konzept des DVR aufgeht, zeigen die Bewertungen der Teilnehmer. Laut Jürgen Bente geben die Teilnehmer in ihren Feedback-Bögen sehr gute bis gute Beurteilungen. Viele Führerscheinbesitzer verlassen das Training gut gerüstet und haben allen Grund, zukünftigen Fahrten gelassener entgegenzublicken.

Bilder: DVR Datenbank

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