Runter vom Gas
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Wo der Weg das Ziel ist

Panoramastraßen bieten außergewöhnliche Fahrerlebnisse. „Runter vom Gas“ stellt besonders schöne vor und zeigt auf, wie Sie dort sicher unterwegs sind.

 

05.06.2020

Wer auf der Suche nach abwechslungsreichen Strecken ist, für den sind Panoramastraßen eine schöne Alternative zur Autobahn. Sie führen abseits der Hauptverkehrswege durch besondere Natur- und Kulturlandschaften. Im Folgenden stellen wir vier ausgewählte Strecken in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor und zeigen auf, mit welchen Tipps Sie die Fahrt sicher genießen.

Deutsche Weinstraße, Rheinland-Pfalz

Fahrspaß und Genuss verspricht eine der ältesten Ferienstraßen des Landes: die Deutsche Weinstraße in Rheinland-Pfalz. Sie verläuft zwischen dem Deutschen Weintor in Schweigen-Rechtenbach und dem Haus der Deutschen Weinstraße in Bockenheim. Auf ihren etwa 85 Kilometern führt die Route durch sanfte Hügel, auf denen nicht nur Wein wächst. Dank des milden sonnigen Klimas gedeihen hier unter anderem auch Feigen, Zypressen und Pinien. Ende Februar, Anfang März säumen blühende Mandelbäume die Straße. Dann beginnt in den unzähligen Ortschaften entlang der Strecke normalerweise auch die Zeit der Weinfeste, die bis Oktober dauert. Doch wie überall gilt auch auf der Deutschen Weinstraße: Wer trinkt, fährt nicht.

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Das Deutsche Weintor im Pfälzischen Schweigen-Rechtenbach
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Das Deutsche Weintor im Pfälzischen Schweigen-Rechtenbach. Hier beginnt die Deutsche Weinstraße.

Herbstliche Landschaft entlang der Deutschen Weinstraße
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1800 Sonnenstunden pro Jahr verleihen der Region den Spitznamen „Toskana Deutschlands“.

Blühende Mandelbäume an der Deutschen Weinstraße
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Ende Februar, Anfang März säumen blühende Mandelbäume Teile der Strecke.

Deutsche Alpenstraße, Bayern

Wer Lust hat, die Bayerischen Alpen mit dem Auto oder Motorrad zu erkunden, der ist hier genau richtig. 450 Kilometer Strecke führen durch eine abwechslungsreiche Landschaft. Über Berge, durch Täler, vorbei an Seen, Wäldern und Wiesen verläuft die „Queralpenstraße“ zwischen Lindau am Bodensee und Schönau am Königssee. Zu den Highlights zählen etwa der Jochpass mit insgesamt 105 Kurven und 360 Metern Höhenunterschied oder der Blick auf die Zugspitze von Garmisch-Partenkirchen. Unterwegs bieten sich viele landestypische Dörfer für einen Zwischenstopp an. Den kleinen Schlenker zum Schloss Neuschwanstein in Schwangau sollte man auf keinen Fall auslassen.

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Landstraße, die auf die bayrischen Alpen zuführt
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Die „Queralpenstraße“ verläuft in Bayern von West nach Ost zwischen Bodensee und Königssee.

Schloss Neuschwanstein im Herbst
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Im Herbst besonders schön, aber zu jeder Jahreszeit einen Abstecher wert: Schloss Neuschwanstein.

Typisch bayerische Häuser in der Garmisch Partenkirchener Altstadt
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Die Ferienstraße führt durch viele typisch bayerische Ortschaften wie etwa Garmisch Partenkirchen.

Großglockner-Hochalpenstraße, Österreich

Hoch, höher, „Glocknerstraße“. Zwischen Bruck und Heiligenblut führt Österreichs höchste befestigte Passstraße bis auf 2504 Meter über dem Meeresspiegel. Auf ihren knapp 48 Kilometern müssen 36 Kehren und Steigungen von bis zu zwölf Prozent überwunden werden. Dafür belohnt die Route Auto- und Motorradfahrer mit spektakulären Aussichten auf Alpenlandschaften und den höchsten Berg des Landes, den Großglockner. Je nach Wetter ist die Erlebnisstraße zwischen Mai und Oktober befahrbar. Es besteht Mautpflicht. Aufgrund einer Nachtfahrsperre sind die Mautstellen nur tagsüber geöffnet.

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Panorama der Großglockner-Hochalpenstraße
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Der Pass führt bis auf 2504 Meter über dem Meer. Höher als hier geht es in Österreich per Auto nicht.

Die Großglockner-Hochalpenstraße im Herbst
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Wer diese Passstraße befährt, wird mit spektakulären Alpenpanoramen belohnt.

Luftaufnahme einer Serpentine auf der Großglockner-Hochalpenstraße
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Eine der insgesamt 36 Kehren, die auf der 48 Kilometer langen Straße „umkurvt“ werden wollen.

Gotthardpass, Schweiz

Hier gibt es Ausblick statt Tunnelblick. Die landschaftlich schönere Alternative zum Gotthardtunnel war schon im 13. Jahrhundert ein wichtiger Alpenpass. 1895 soll er zum ersten Mal mit dem Auto überquert worden sein. Heute verbindet die etwa 40 Kilometer lange Passstraße die Ortschaften Andermatt und Airolo miteinander. An vielen Stellen bieten sich tolle Ausblicke auf die Schweizer Alpen. Der höchste Punkt liegt 2107 Meter über dem Meeresspiegel. Auf der Passhöhe befinden sich verschiedene Restaurants und ein Museum. Saison ist in der Regel von Mai bis Oktober, die Benutzung kostet keine Mautgebühr.

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Panoramaaufnahme des Gotthardpasses
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Wer Zeit und keine Lust auf den Gotthardtunnel hat, genießt stattdessen die alte Passstraße.

Ein Straßenschild an der Passhöhe gibt die Höhe an: 2091 Meter
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Auf 2091 Metern über dem Meeresspiegel ist der höchste Punkt des Gotthardpasses erreicht.

Hotel, Restaurants und Museum auf der Passhöhe
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Restaurants und ein Museum bieten aussichtsreiche Plätze für eine Pause.

Ablenkung

Außergewöhnliche Landschaften und weite Aussichten verleiten dazu, den Blick schweifen zu lassen. Gerade dort ist es umso wichtiger, die Konzentration auf die Straße und den Verkehr zu richten. Ablenkung ist einer Studie des Allianz Zentrums für Technik aus dem Jahr 2016 zufolge eine der häufigsten Unfallursachen im Straßenverkehr. Nutzen Sie ausgewiesene Rastplätze und Haltebuchten, um die Natur zu genießen, Fotos zu schießen, oder um eine Pause zu machen, wenn die Konzentration nachlässt. Achtung: Andere Verkehrsteilnehmer könnten abgelenkt sein. Fahren Sie dementsprechend vorausschauend und defensiv.

Angepasste Geschwindigkeit

Manche verstehen enge Kehren und steile Serpentinen als Einladung, besonders sportlich zu fahren. Nicht selten ein gefährlicher Irrtum. Fahren Sie langsam durch enge Kurven und rechnen Sie immer mit Gegenverkehr. Grundsätzlich müssen Verkehrsteilnehmer ihre Geschwindigkeit an die Straßen-, Sicht-, und Witterungsbedingungen anpassen. Achtung: Die korrekt angepasste Geschwindigkeit ist häufig niedriger als die erlaubte Höchstgeschwindigkeit. Besonders ältere Passstraßen sind oft schmal, steil und weniger gut ausgebaut als breite Landstraßen und Autobahnen. Die Sichtweite ist oft sehr kurz. Umso wichtiger ist es, stets rechtzeitig bremsen zu können. Wer langsamer fährt, hat ohnehin länger etwas von der schönen Landschaft.

Überholen

Auf Landstraßen führen missglückte Überholversuche immer wieder zu tödlichen Unfällen. Fahrer schätzen Abstände falsch ein, können die Strecke nicht weit genug einsehen oder werden in Kurvenbereichen von entgegenkommenden Fahrzeugen überrascht. Überholt werden darf ohnehin nur, wenn jegliche Gefährdungen und Behinderungen anderer während des gesamten Überholvorgangs ausgeschlossen sind. Auf kurvigen, schmalen Passstraßen ist das meist nicht möglich. Verzichten Sie gegebenenfalls aufs Überholen und bleiben Sie geduldig, besonders hinter größeren Fahrzeugen.

Wetter

Gerade herrschte noch strahlender Sonnenschein, plötzlich stürmt es wie aus dem Nichts: Insbesondere Bergregionen sind berüchtigt für rasche Wetterumschwünge. Mit dem Wetter ändern sich auch die Straßenbedingungen mitunter schnell. Glätte durch Nässe, Schnee und Eis erhöhen die Unfallgefahr. Größere Fahrzeuge sind besonders anfällig für Seitenwinde. Auf kurvigen Straßen ändert sich außerdem die Windrichtung häufig. Verlieren Sie nicht den Überblick! Vor allem Cabrio- und Motorradfahrer sollten den Himmel im Blick behalten, um nicht von Regen, Wind oder Gewitter überrascht zu werden.

Bilder: Shutterstock

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