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Die zweite Runde
Stefan L. verliert bei einem Autounfall ein Bein. Was folgt, ist ein zweites Leben. Und Olympia.

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Stefan L. ist 34 Jahre alt. Er liebt Sport. Doch dass der Software-Entwickler noch lebt, grenzt an ein Wunder.
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Ein Abend im Juni, das Jahr 2010. Stefan L., damals Student, fährt zu einem Konzert. Stunden später wünscht er sich: „Ich will einfach nur bewusstlos werden.“
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Es krachte
Stefans Bein gerät zwischen zwei Stoßstangen.
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Der Unfallgegner hatte 2,5 Promille Blutalkohol. Acht bis zehn Bier soll der Autofahrer getrunken haben, bevor er in Stefan hineinfuhr.
Die Stunden nach dem Unfall
Die Ärzte versuchen Stefans Bein zu retten.
Ins Koma fallen: Das wünschte sich Stefan am Unfallort. „Die Schmerzen waren unerträglich. Leider blieb ich wach und bekam alles mit.“ Rettungskräfte banden Stefans Bein ab und brachten ihn ins Krankenhaus.
Die Ärzte kämpften um sein Leben. Und um sein Bein. Doch er hatte zu viel Blut verloren. Irgendwann beschlossen die Mediziner, es zu amputieren. Das Gute daran: Stefan überlebt. „Es hätte anders ausgehen können“, sagt er heute.
Als Stefan nach der OP aufwachte, war er allein. Es war ein Moment, an den er sich genau erinnert. „Ich schaute an meinem Körper herunter und sah, dass mein Fuß nicht mehr da ist. Das war ein Gefühl der Machtlosigkeit.“
Stefan nahm den Verlust seines Beins halbwegs gefasst. Anders seine Mutter, als sie zum ersten Mal ans Krankenbett kam. Ihren verzweifelten Blick vergisst Stefan bis heute nicht: „Ich musste sie total beruhigen. Mehr noch als mich.“
Es folgten mehrere Operationen, insgesamt zehn – um das, was von Stefans Bein übrig blieb, zu stabilisieren und den Stumpf mit Haut abzudecken. An die große Wunde legten Ärzte regelmäßig einen Vakuumverband an.
Der Unterdruck des Verbands förderte die Heilung. Doch es waren höllische Schmerzen. Deshalb versetzten die Mediziner Stefan immer wieder in ein künstliches Koma. Auch verabreichten sie Morphium. „Anders ging es nicht“, erinnert sich Stefan.
Sportlerleben: Vor dem Unfall war Stefan Triathlet. Bescheiden sagt er: „Ich habe an Wald- und Wiesenwettkämpfen teilgenommen.“
Bewegtes Leben
Stefan und Sport: Das ging früh zusammen
Läuft rund: Stefan mit anderthalb Jahren im baden-württembergischen Notzingen. Schön früh liebte er es, in Bewegung zu sein.
Als er größer wurde, begeisterte er sich fürs Radfahren. Später wurde es eine seiner drei Disziplinen im Triathlon.
War kein Fahrrad zur Hand, schnappte er sich ein Snakeboard. „Die Straße rauf und runter“, daran erinnert er sich.
Unvergesslich für Stefan war seine Reise nach Neuseeland. Damals besuchte der Jugendliche seine Tante. Auf dem Programm: Fallschirmspringen. Und Quadfahren.
Dann machte er ernst: Er begann mit dem Schwimmverein und wurde später Triathlet. Wenn man ihn fragt, wie erfolgreich er vor dem Unfall war, sagt er: „Naja, nicht der Rede wert.“ Tatsächlich sollten seine größten sportlichen Erfolge erst nach dem Unglück folgen.
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Stefan kämpft
Das erste Mal auf einer Prothese – ein Meilenstein.
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Schrauben an der Karriere. Laufen, Schwimmen, Radfahren, Snowboarden: Irgendwann ging, was Stefan früher liebte.
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Der Höhepunkt: Stefan fährt zu den Paralympischen Winterspielen nach Sotschi. Als erster deutscher Snowboarder der Paralympics geht er in die Geschichte ein.
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Dann hat er ein neues Ziel: wieder ein sportliches Großereignis – Rio. In Brasilien startete Stefan bei den Paralympischen Sommerspielen 2016. Ergebnis: Rang acht im Triathlon.
Aufgehalst: Stefans Erfolge hängen heute in seiner Wohnung in Waiblingen. Er ist stolz. Und doch sagt er: „Meine Teilnahme an Olympia würde ich gegen ein zweites Bein eintauschen.“
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„Mich ohne Prothese im Spiegel zu sehen: Da kommt häufig Traurigkeit auf.“
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Aber er sagt: „Ich bin glücklich in meinem Leben. Ich habe eine tolle Freundin und bin dankbar für alles, was ich erlebe.“
Ein neues Ziel? Natürlich. Stefan nimmt im Mai 2019 an den Deutschen Meisterschaften der Para Leichtathletik teil.
Die Bilanz: er belegt den siebten Platz und bricht seine persönlichen Rekorde über 100 Meter und 200 Meter.
Was er sich von anderen Verkehrsteilnehmern wünscht? Nur eines.
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Stefans Bitte
Verkehrsteilnehmer und ihre Verantwortung.
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Wege zurück ins Leben
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Sport war ihr Leben. Doch nach einem Unfall sagten Ärzte: Andrea L. wird nie wieder gehen können – bis ein Wunder geschah.
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Er überlebte einen schweren Verkehrsunfall. Danach sah Kevin M. keinen Sinn mehr. Doch ein Moment änderte alles.
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Ein schwerer Verkehrsunfall reißt sie aus dem Leben. Jetzt kämpft sich Louisa B. zurück. Doch etwas vermisst sie.
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Wege zurück ins Leben
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Er verliert im Straßenverkehr ein Bein. Was folgt, ist ein zweites Leben. Und Olympia.
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