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Verkehrsunfälle von Senioren

Fast jeder dritte Verkehrstote zählt zur Generation 65+. Das sollten ältere Menschen und andere Verkehrsteilnehmer beachten, um sicher anzukommen.

 

09.11.2018

Der Bevölkerungsanteil von Menschen ab 65 Jahren wächst. Diese demografische Entwicklung spiegelt sich auch im Verkehr wider: Viele Senioren fahren Auto bis ins hohe Alter oder sind mit dem Fahrrad oder Pedelec unterwegs. Im Jahr 2017 verunglückten jedoch 49.586 Personen im Alter ab 65 Jahren im Straßenverkehr. Knapp die Hälfte kam in einem Pkw zu Schaden, mehr als jeder Vierte benutzte ein Fahrrad. Und fast jeder Siebte war als Fußgänger unterwegs. 

Fast 1.000 getötete Senioren in 2017

2017 kamen 994 Senioren bei Verkehrsunfällen ums Leben. Das haben Auswertungen des Statistischen Bundesamtes ergeben. Demnach zählten 31,3 Prozent der Verkehrstoten zur Generation 65+. 394 Senioren kamen in einem Pkw ums Leben. 245 starben als Fußgänger, 224 als Radfahrer. Damit zählt diese Gruppe zu den am stärksten gefährdeten Verkehrsteilnehmern.

Senioren ab 75 haben weniger Unfälle

Statistisch gesehen sind Verkehrsteilnehmer ab 75 Jahren weniger an Unfällen beteiligt als andere. 2017 stellten diese Senioren 11,3 Prozent der Bevölkerung und verursachten 8,4 Prozent der Pkw-Unfälle. Waren sie jedoch in einen Pkw-Unfall mit Personenschaden verwickelt, galten sie in den meisten Fällen auch als Hauptverursacher (74,3 Prozent der Fälle). Das ist der höchste Wert über alle Altersgruppen hinweg. Der Durchschnitt liegt bei 55,5 Prozent. 

Ältere Fußgänger verunglücken häufig schwer

Mehr als jeder achte Verkehrsteilnehmer, der sich 2017 leicht oder schwer verletzte, war ein Senior ab 65 Jahren (12,4 Prozent). Der Anteil der Senioren an den verletzten Radfahrern lag bei 17,0 Prozent, bei den verletzten Fußgängern waren es 21,5 Prozent. Noch höher ist der Anteil bei den Verkehrstoten: Mehr als die Hälfte der in 2017 verstorbenen Radfahrer (58,6 Prozent) und Fußgänger (50,7 Prozent) waren mindestens 65 Jahre alt.

Viele Unfälle mit dem Pedelec

Elektrofahrräder werden immer beliebter. Gab es 2014 in Deutschland rund 1,6 Millionen Fahrräder dieser Art, waren es 2017 schon 3,1 Millionen. So angenehm die Motorunterstützung vor allem für ältere Menschen ist: Wer mit einem Pedelec verunglückt, verletzt sich meist schwerer als auf einem herkömmlichen Fahrrad. Und: Das Risiko eines tödlichen Unfalls ist mit einem Pedelec dreimal so hoch, da diese schwerer sind und die Geschwindigkeit oft unterschätzt bzw. ohne Übung nicht beherrscht wird. Von den zwischen 2014 und 2017 bei Unfällen getöteten Pedelec-Fahrern waren 64 Prozent Senioren ab 75 Jahren. Bei Unfällen mit nicht motorisierten Fahrrädern betrug ihr Anteil hingegen 34 Prozent. 

Abbiegefehler häufigste Unfallursache

An den 302.656 Unfällen mit Personenschaden im Jahr 2017 waren 67.654 Fahrer ab 65 Jahren beteiligt. Dabei begingen sie 49.686 Fehler, die zu einem Unfall führten (13,8 Prozent aller von der Polizei aufgenommenen Verfehlungen von Fahrern). Die drei häufigsten Fehler von Senioren als Fahrer von Pkw, Krafträdern, Lkw und anderen Fahrzeugen waren: 

  • Missachten der Vorfahrt oder des Vorrangs (9.645)
  • Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (9.008)
  • Nicht angepasste Geschwindigkeit (3.315) 

Das müssen andere Verkehrsteilnehmer über Senioren wissen

  • Die meisten älteren Menschen kompensieren nachlassende Fähigkeiten (Reaktionsfähigkeit, Sehvermögen und weitere) im Straßenverkehr sehr gut, in dem sie beispielsweise auf Nachtfahrten verzichten. In einem hohen Alter bzw. aufgrund von Erkrankungen kann ihnen die Teilnahme am Straßenverkehr schwerer fallen. Andere Verkehrsteilnehmer, besonders motorisierte, müssen darauf besondere Rücksicht nehmen.
  • Senioren bewegen sich in der Regel langsamer. Die Grünphase einer Fußgängerampel kann für sie zu kurz sein, um eine Straße zu überqueren. Gedulden Sie sich, wenn ein Senior die Straße überquert und drängeln Sie nicht.
  • Bieten Sie Älteren Hilfe an, wenn Sie erkennen, dass sie allein nicht zurechtkommen. Helfen Sie ihm beispielsweise beim Überqueren einer Straße.
  • Mit zunehmendem Alter nehmen Hör- und Sehfähigkeit sowie Beweglichkeit ab.
  • Radfahrende Senioren haben manchmal Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten. Wenn Sie einen Rad fahrenden Senior überholen, vergrößern Sie den Seitenabstand auf mindestens zwei Meter. Notfalls warten.
  • Senioren haben unter Umständen ein eingeschränktes Reaktionsvermögen. Oft kompensieren sie das mit Routine, das gelingt aber nicht immer.
  • Senioren können in komplexen Situationen überfordert sein, da sie das Verkehrsgeschehen nicht vollkommen erfassen.
  • Suchen Sie beim Abbiegen Sichtkontakt mit Senioren, auch wenn Sie annehmen, dass sie nicht die Straße überqueren wollen.
  • Ältere Menschen schätzen Gefahren manchmal nicht richtig ein und könnten unvorhersehbar reagieren. Drosseln Sie Ihr Tempo und seien sie bremsbreit – auch als Radfahrer. 

Selbstkontrolle: Kann ich noch sicher Auto fahren?

Diese Aspekte sollten Auto fahrende Senioren regelmäßig überprüfen und mit Ärzten oder Fahrlehrern besprechen:

 

  • Fällt der Blickwechsel vom Verkehr auf den Tacho, also von fernen auf nahe Objekte, schwer?
  • Brauchen die Augen länger, um sich auf wechselnde Lichtverhältnisse einzustellen? Das lässt sich etwa bei Tunnelfahrten feststellen.
  • Wie gut werden Objekte aus den Augenwinkeln wahrgenommen?
  • Werden Warntöne im Auto und Außengeräusche (Hupen oder Martinshörner) noch deutlich wahrgenommen?
  • Wie schwer fällt der Schulterblick?
  • Fällt es zunehmend schwerer, sich auf mehrere Objekte im Stadtverkehr gleichzeitig zu konzentrieren

Das können Sie als Senior für sich selbst tun

  • Fördern Sie Ihre Fitness: Bewegen Sie sich ausreichend, trainieren Sie Ihr Gehirn, absolvieren Sie regelmäßig Gesundheitschecks und Sehtests.
  • Passt das Fahrzeug zu Ihren Bedürfnissen? Eine hohe Sitzposition, bequemes Einsteigen, einfache Bedienung, Assistenzsysteme wie Notbremsassistent erleichtern den Verkehrsalltag.
  • Nutzen Sie ein Fahrrad mit tiefem Rahmen, auf das Sie einfach steigen können. Ein bequemer Sattel und fest montierte Körbe für den Einkauf bringen Komfort und Sicherheit.
  • Sorgen Sie dafür, dass man Sie sieht. Kleidung oder Zubehör mit reflektierendem und fluoreszierendem Material erhöht die Sichtbarkeit.
  • Nutzen Sie Trainingsprogramme und Informationsveranstaltungen z.B. der Verkehrsclubs und -verbände. Oder nehmen Sie an Seniorenveranstaltungen zum Thema Verkehrssicherheit des Deutschen Verkehrssicherheitsrats (DVR) oder der Deutschen Verkehrswacht (DVW) teil. 

Weitere Informationen zum Thema Senioren im Straßenverkehr gibt es auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, der Deutschen Verkehrswacht – und hier als Download.

https://www.runtervomgas.de/verkehrsteilnehmer/artikel/verkehrsunfaelle-von-senioren.html