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Verkehrsunfälle von Kindern

Die Kids tragen selten die Hauptschuld. Was Autofahrer und Eltern tun können, um Mädchen und Jungen im Straßenverkehr zu schützen, zeigt ein Überblick.

 

09.11.2018

Die Zahl der im Straßenverkehr verunglückten Kinder hat in den vergangenen vier Jahrzehnten deutlich abgenommen. Verunglückten 1978 noch 72.129 unter 15-Jährige, waren es im vergangenen Jahr 29.259. Besonders tragisch ist es, wenn Kinder bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommen. 2017 lag die Zahl der getöteten Kinder mit 61 zum siebten Mal in Folge unter 100. Das ergeben die Auswertungen des Statistischen Bundesamtes. 

Kinder tragen selten die Hauptschuld an einem Unfall. Personen unter 15 Jahren waren 2017 lediglich bei 8.031 von 302.656 Unfällen mit Personenschaden Hauptverursacher. Das waren gerade einmal 2,7 Prozent. Zum Vergleich: Der Bevölkerungsanteil von Kindern in Deutschland entspricht nach Angaben des Statistischen Amtes der Europäischen Union (Eurostat) 13,4 Prozent. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr 3.180 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. 16 dieser Todesfälle gingen auf das Fehlverhalten von Kindern zurück – 0,5 Prozent aller Getöteten.

Die meisten Kinder verunglücken im Auto

Besonders gefährdet sind Kinder laut Unfallstatistik als Insassen in einem Pkw. Mehr als ein Drittel (10.965) der knapp 30.000 in 2017 verunglückten Kinder kamen im Auto zu Schaden. 9.830 als Radfahrer, 6.528 als Fußgänger. Auch die Gefahr, bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kommen, ist für Kinder in einem Pkw am größten. Von den 61 getöteten Personen unter 15 Jahren in 2017 waren 23 Insassen eines Pkw, 19 Fußgänger und 15 Radfahrer. Vier Kinder verunglückten in Fahrzeugen wie Lkw, Wohnmobilen oder landwirtschaftlichen Zugmaschinen tödlich.

Alle 18 Minuten kommt ein Kind zu Schaden

Gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil haben Kinder ein deutlich geringeres Unfallrisiko als andere Verkehrsteilnehmer: 2017 betrug der Anteil von Kindern unter 15 Jahren an allen in Deutschland bei Straßenverkehrsunfällen Verunglückten 7,4 Prozent. Dennoch: Durchschnittlich alle 18 Minuten kam ein Kind im Straßenverkehr zu Schaden. 

Fehlverhalten von Kindern

Auch wenn Kinder bei Straßenverkehrsunfällen mit Personenschaden selten die Hauptschuld tragen, stellte die Polizei 2017 insgesamt 10.161 Fehlverhalten von Kindern zwischen sechs bis einschließlich 14 Jahren fest.

Die meisten Fehler (6.692) machten Kinder als Radfahrer. Die häufigsten Fehler:

  • Falsche Straßenbenutzung (1.434)
  • Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren (1.255)
  • Missachten der Vorfahrt/des Vorrangs (832)

Die Polizei registrierte 3.469 Fehlverhalten von Kindern, die als Fußgänger in Unfälle mit Personenschaden verwickelt waren. Die häufigsten Fehler:

  • Überschreiten der Fahrbahn (3.057), davon:
    • Überschreiten der Fahrbahn, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten (1.688)
    • Überschreiten der Fahrbahn durch plötzliches Hervortreten hinter Sichthindernissen (866)
    • Überschreiten der Fahrbahn an Stellen, an denen der Fußgängerverkehr durch Polizeibeamte oder Lichtzeichen geregelt war (214)

Das sollten Sie über das Verhalten von Kindern im Straßenverkehr wissen

Kinder haben weder die Erfahrung noch die Wahrnehmung eines Erwachsenen. Sie sind neugierig, wollen entdecken, was um sie herum passiert, sind oft übermütig und achten dabei nicht immer auf das Verkehrsgeschehen bzw. können es einfach noch nicht richtig einordnen. Im Straßenverkehr sind sie besonders gefährdet, weil …

  • … sie bis zum Alter von etwa zehn bis zwölf Jahren noch ein eingeschränktes Blickfeld haben und dadurch Fahrzeuge und Verkehrsteilnehmer, die sich ihnen von der Seite nähern, später bemerken als Erwachsene.


  • … sie Geräusche nicht so exakt verorten können und deshalb nicht rechtzeitig bemerken, aus welcher Richtung zum Beispiel ein Rettungsfahrzeug kommt.


  • … sie aufgrund ihrer Körpergröße oftmals über parkende Autos und andere Hindernisse nicht hinwegsehen können.


  • … sie Gefahren oftmals gar nicht oder nur unzureichend einschätzen können.


  • … sie frühestens ab dem Grundschulalter Geschwindigkeiten abschätzen können.


  • … sie nicht mehrere Aspekte gleichzeitig erfassen können und in komplexen Situationen schnell überfordert sind.


  • … sie einen starken Bewegungsdrang haben und deshalb unvermittelt auf die Fahrbahn laufen. 


  • … sie insbesondere beim Laufen oftmals oft nicht nach links und rechts sehen und nicht so gut abrupt abstoppen können.


  • … sie impulsiv sind und sich in vielen Situationen nicht vernünftig verhalten.


  • … sie auf Grund ihrer geringen Körpergröße von anderen Verkehrsteilnehmern häufig spät wahrgenommen werden.

Das können Sie als Eltern tun

Eltern können ihren Kindern richtiges Verhalten im Straßenverkehr beibringen und sie auf bestimmte Situationen vorbereiten, um das Unfallrisiko zu minimieren. Folgende Maßnahmen bieten sich an:

 

  • Beginnen Sie möglichst früh mit der Verkehrserziehung und nicht erst, wenn Ihr Kind allein zur Schule geht oder radelt.
  • Leben Sie korrektes Verhalten vor, seien Sie stets und auch unter Zeitdruck ein Vorbild.
  • Trainieren Sie den Schulweg und Gefahrensituationen.
  • Überfordern Sie Ihr Kind nicht. Gehen Sie gemäß seiner altersbedingten Entwicklung Schritt für Schritt vor.
  • Im Auto sichern Sie Ihr Kind richtig in dafür vorgesehenen Kindersitzen. Mehr Infos gibt es hier.
  • Benutzen Sie auf dem Fahrrad und im Fahrradanhänger ausschließlich zugelassene Sitze. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind einen Helm und Kleidung oder Zubehör mit reflektierenden und fluoreszierenden Materialien trägt. Gehen Sie dabei mit gutem Beispiel voran. 

Das können Sie als Autofahrer tun:

Ob auf dem Fahrrad oder zu Fuß, ob in Begleitung eines Erwachsenen oder allein: Begegnet Ihnen im Straßenverkehr ein Kind, müssen Sie sich als Autofahrer besonders aufmerksam und rücksichtsvoll verhalten. Dazu gehört, dass Sie …

 

  • … das Tempo reduzieren.
  • … bremsbereit sind.
  • … mit unberechenbarem Verhalten rechnen, vor allem vor Ihrem Fahrzeug.
  • … mit weiteren Kindern rechnen.
  • … vorausschauend fahren.
  • … an Schulen, Kindergärten, Spielplätzen, Zebrastreifen und Bushaltestellen besonders vorsichtig sind, auch wenn Sie zunächst keine Kinder bemerken.

Weitere Informationen zum Thema Kinder im Straßenverkehr gibt es auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, des Deutschen Verkehrssicherheitsrats, der Deutschen Verkehrswacht – und hier als Download:

https://www.runtervomgas.de/verkehrsteilnehmer/artikel/verkehrsunfaelle-von-kindern.html