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Fehler bei Vorfahrt und Vorrang

Vorfahrtsfehler sind zweithäufigste Ursache für Unfälle mit Personenschaden.

 

13.05.2016

Die große Mehrheit (92,1 Prozent) aller Unfälle mit Personenschaden im Jahr 2017 war auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen. Das geht aus den Auswertungen des Statistischen Bundesamts hervor. Die häufigsten Fehler traten beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren, Ein- und Anfahren auf. Zweithäufigste Unfallursache war das Missachten der Vorfahrt beziehungsweise des Vorrangs. Dadurch kam es zu 51.460 Unfällen mit Personenschaden bzw. 319 Unfalltoten.

Die meisten Vorfahrts- und Vorrangunfälle ereignen sich innerorts

Besonders häufig kam es innerorts zu Unfällen aufgrund von Verstößen gegen Vorfahrtsregeln. Jeder vierte Unfall mit Personenschaden (25,9 Prozent) und jeder sechste Verkehrstote gingen allein auf Unfälle zurück, bei denen der Fahrer eines einbiegenden oder kreuzenden Fahrzeugs die Vorfahrt missachtete (155 Getötete). Viele Unfälle, bei denen innerorts Menschen zu Schaden kamen, ereigneten sich an Kreuzungen (47.031 oder 22,7 Prozent) oder Einmündungen (46.126 oder 22,2 Prozent). Etwa 10.500 Unfälle registrierte die Polizei an Zebrastreifen und Fußgängerfurten. Bei diesen Zusammenstößen verloren 67 Menschen ihr Leben.

213 Radfahrer starben bei Unfällen mit Pkw und Lkw

Immer wieder stehen Vorfahrts- und Vorrangunfälle zwischen motorisierten Verkehrsteilnehmern und Fahrradfahrern im Fokus der Öffentlichkeit. Laut Statistischem Bundesamt lag 2017 bei Fahrradunfällen mit Personenschaden in rund 80 Prozent der Fälle die Hauptschuld bei Fahrern des Güterkraftfahrzeugs, bei Unfällen zwischen Pkw und Fahrrädern zu rund 75 Prozent bei den Pkw-Fahrern. Insgesamt kamen bei Zusammenstößen mit Pkw-Fahrern und Fahrern von Güterkraftfahrzeugen 213 Radfahrer ums Leben. 

45- bis 54-Jährige verursachen die meisten Vorfahrts- und Vorrangunfälle

Beim Blick auf die Altersgruppen fallen die 45- bis 54-Jährigen auf. 9.178-mal registrierte die Polizei bei Ihnen einen Vorfahrts- oder Vorrangfehler, der zu einem Unfall mit Personenschaden führte. Allerdings stellt diese Altersgruppe auch den größten Anteil an der Bevölkerung. An zweiter Stelle stehen die 25- bis 34-Jährigen (8.397 Vorfahrts- oder Vorrangfehler), gefolgt von den 55- bis 64-Jährigen (7.526). Größere Unterschiede gab es 2017 bei den Arten der Verkehrsbeteiligung: Die meisten Vorfahrts- oder Vorrangfehler begangen Pkw-Fahrer (42.725). 4.904 Verfehlungen nahm die Polizei bei Radfahrern auf, 2.647 bei Fahrern von Güterkraftfahrzeugen.

Die drei häufigsten Vorfahrts- und Vorrangfehler aller Fahrer bei Unfällen mit Personenschaden

  • Nichtbeachten der die Vorfahrt regelnden Verkehrszeichen (37.171)
  • Nichtbeachten der Verkehrsregelung durch Polizeibeamte oder Lichtzeichen (6.582)
  • Nichtbeachten der Regel „rechts vor links“ (5.998)

Tipps für Kraftfahrer

  • Viele Unfälle mit Todesfolge ereignen sich an Kreuzungen. Deshalb sollten Sie besonders beim Rechtsabbiegen das Tempo reduzieren, den mehrmaligen Schulterblick nicht vergessen und auf Radfahrer und Fußgänger achten, die sich im toten Winkel befinden können.
  • Wenn Sie mit dem Lkw unterwegs sind, kann ein elektronischer Abbiegeassistent Unfälle innerorts vermeiden helfen. Blicken Sie beim Abbiegen mehrfach in die Spiegel, um sicherzugehen, dass sich kein Verkehrsteilnehmer im toten Winkel befindet.
  • Nutzen Sie beim Einordnen in den fließenden Verkehr, beim Abbiegen, beim Fahren entlang einer abknickenden Vorfahrtstraße, beim Überholen und Herausfahren aus einem Kreisverkehr immer den Blinker. So tragen Sie zur Vermeidung von Vorfahrtsunfällen bei. Achten Sie beim Ausfahren aus Kreisverkehren auf Fußgänger und Radfahrer.
  • Drosseln Sie an Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) grundsätzlich ihr Tempo und seien Sie dort besonders bremsbereit.

Tipps für Radfahrer und Fußgänger

  • Beachten Sie, dass Sie auf dem Fahrrad beim Nutzen eines Zebrastreifens keine Vorfahrt haben. Sie müssen absteigen und das Fahrrad über den Fußgängerüberweg schieben.
  • Autofahrer und besonders Führer von Güterkraftwagen haben nur einen sehr eingeschränkten Rundumblick. Wollen Fahrer rechts abbiegen, sollten Sie als geradeaus fahrende Radfahrer oder Fußgänger im Zweifel auf den Vorrang verzichten bzw. Blickkontakt aufbauen und sich vergewissern, dass Sie von den abbiegen Fahrzeugführern wahrgenommen wurden.
  • Sorgen Sie als Radfahrer oder Fußgänger dafür, dass Sie insbesondere bei Dunkelheit für andere Verkehrsteilnehmer gut zu sehen sind – durch Kleidung oder Zubehör aus reflektierendem und fluoreszierendem Material und durch funktionierende Beleuchtung am Rad.
  • Achten Sie beim Radfahren auf kombinierten Rad- und Fußwegen auf Fußgänger, insbesondere auf Ältere und Kinder. Rechnen Sie stets damit, dass diese auf den Radweg treten. 

So werden Unfalldaten erhoben

Polizeibeamte tragen die Ursachen eines Verkehrsunfalls in ein sogenanntes Erhebungspapier ein. Dabei greifen sie auf ein seit 1975 geltendes Ursachenverzeichnis zurück. Wichtig: Die Beamten können pro Unfall zwei allgemeine Ursachen angeben, beispielsweise Straßenverhältnisse, Witterungseinflüsse oder Hindernisse. Ebenso können sie dem Hauptverursacher und einem weiteren Beteiligten jeweils bis zu drei personenbezogene Fehler zuschreiben. Dieses sogenannte personenbezogene Fehlverhalten umfasst beispielsweise das Missachten der Vorfahrt, Fahren mit unangepasster Geschwindigkeit und falsche Straßenbenutzung. Pro Unfall sind demnach bis zu acht Unfallursachen möglich. Das erklärt, warum die Statistik 2017 mehr personengebundene Verfehlungen von Fahrern (360.736) als Unfälle mit Personenschaden (302.656) aufweist. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden erhält und erfasst alle Daten aus den Bundesländern und erstellt die bundesweite Verkehrs- und Unfallstatistik.

Weitere Informationen zum Thema Vorfahrt/Vorrang gibt es auf den Internetseiten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur, des Deutschen Verkehrssicherheitsrats und der Deutschen Verkehrswacht – und hier als Download:

https://www.runtervomgas.de/unfallursachen/artikel/fehler-bei-vorfahrt-und-vorrang.html