Runter vom Gas
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Sieben Tank-Tipps

Die wichtigsten Tipps und Tricks rund um die Tankstelle.

 

03.06.2020

Was bedeutet der Pfeil neben dem Tank-Symbol im Cockpit? Lässt sich ein Tank überfüllen? Und warum sind Smartphones an der Zapfsäule eigentlich tabu? Rund um das Tanken gibt es viele Tipps, die sowohl praktischen Nutzen für Kfz-Nutzer haben, als auch der Sicherheit dienen. „Runter vom Gas“ mit den sieben wichtigsten Tank-Tipps.

Profi an der Zapfsäule: Das Einmaleins des Tankens

Ob im neuen Auto, im geborgten Wagen von Freunden oder Familie, oder im Leihwagen: Beim Einfahren auf die Tankstelle stellt sich für viele Fahrer die Frage: Auf welcher Seite war noch gleich der Tankdeckel? Kein Grund zur Panik, denn ein kurzer Blick auf die Anzeigen im Cockpit schafft bei den meisten Fahrzeugen Klarheit. Neben der Tankanzeige im Cockpit befindet sich nämlich häufig ein kleiner Pfeil, der angibt auf welcher Seite sich der Tankdeckel befindet.

 

Ist das Auto neben der Zapfsäule geparkt, der Motor ausgeschaltet und der Tankdeckel offen, stellt sich schon die nächste Frage: Benzin oder Diesel? Super 95 oder E10? Ganz einfach: Im Tankdeckel des Fahrzeugs ist in der Regel genau vermerkt, welcher Kraftstoff der richtige ist. Sollte das nicht der Fall sein, kann auch in der Bedienungsanleitung, im Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief nachgeschaut werden.

 

Trotzdem den falschen Kraftstoff getankt? Jetzt wichtig: Den Motor nicht mehr starten bis der Tank ausgepumpt ist, ansonsten kommt es zu teuren Motorschäden. Das Gleiche gilt sofern E10 statt Super 95 getankt wurde. Hier ist ein Schaden zwar unwahrscheinlich, trotzdem wird in diesem Fall am besten eine Autowerkstatt kontaktiert. Diese kann Auskunft zur weiteren Vorgehensweise geben.

Der Pfeil neben dem Zapfsäulen-Symbol zeigt an, auf welcher Seite des Autos sich der Tankdeckel befindet.

Zu viel getankt: Kann der Tank überfüllt werden?

Die Zapfventilautomatik (ZVA) beendet den Zapfvorgang automatisch. Unabhängig davon, ob die Zapfpistole beim Tanken nach oben oder nach unten gerichtet ist, wird der Füllvorgang rechtzeitig vor dem Überschwappen beendet.  

 

Zapft der Fahrzeughalter allerdings mutwillig manuell nach, kann es sehr wohl zu einer Überfüllung des Tanks und einem Auslaufen des Kraftstoffs kommen. Dies schadet sowohl der Umwelt als auch dem Autolack.  

 

Ein weiterer Grund lieber auf manuelles Nachtanken zu verzichten:  Benzin als auch Diesel dehnen sich bei Hitze aus. Steht das Fahrzeug im Hochsommer in der Sonne, kann der Tank so auch im Nachhinein noch überlaufen.  

Zu spät getankt: Leerer Tank kann teuer werden

Das Liegenbleiben aufgrund eines leeren Tanks stellt an sich keinen Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung dar. Geht einem Verkehrsteilnehmer jedoch auf einer Autobahn oder Kraftfahrstraße der Sprit aus, gilt das nicht als Panne, da es durch rechtzeitiges Tanken hätte verhindert werden können. 

 

Das durch Tanken vermeidbare Halten von bis zu drei Minuten, gefolgt vom Parken auf Autobahnen und Kraftstraßen, wird laut Bußgeldkatalog mit 35, beziehungsweise 70 Euro Bußgeld und einem Punkt im Fahreignungsregister bestraft.  Geschieht zudem aufgrund des Liegenbleibens wegen Spritmangel ein Unfall, muss sich der Fahrer unter Umständen auch für grobe Fahrlässigkeit verantworten. 

Vorgetankt: Wie viel Reservekraftstoff ist erlaubt?

Grundsätzlich darf in Deutschland Benzin oder Diesel in Reservebehältern in Privatfahrzeugen mitgeführt werden. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass die Kanister eine Füllmenge von 60 Litern nicht überschreiten und zudem der sogenannten Reservekraftstoffkanister-Zulassung (RKK) gerecht werden. Diese besagt, dass Behältnisse dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein müssen. 

 

Zur Gefahrenminimierung empfiehlt sich eine größtmögliche Entfernung zwischen Kanister und Fahrzeuginsassen. Dementsprechend platziert man den Reservekanister am besten im Kofferraum und sieht davon ab, größere Mengen als 10 Liter dauerhaft mitzuführen.  

Handy-Verbot: Ein Mythos?

Das Rauchverbot an Zapfsäulen einer Tankstelle führt wohl kaum zu Verwunderung. Hier ist klar: Es besteht ein enormes Brandrisiko. Gilt das jedoch auch für Mobilfunktelefone, deren Nutzung ebenfalls meist verboten ist?

 

Das Verbot beruht nicht auf einem Gesetz, sondern wird von den Tankstellenbetreibern verhängt. Der Grund: Der Akku eines Mobiltelefons wird als potentiell brandauslösend gewertet. So kann dieser, sofern das Telefon herunterfällt und dabei beschädigt wird, Funken verursachen. Das Risiko eines funkenschlagenden Akkus ist jedoch nach heutigen Technikstandards sehr gering. Zum einen sind viele Akkus mittlerweile fest verbaut und können nicht herausfallen und zum anderen stehen sie unter einer schwächeren Spannung als noch vor einigen Jahren.

 

Dementsprechend ist dem ADAC bislang kein Fall eines Tankstellenbrands bekannt, der von einem Mobiltelefon verursacht wurde. Gänzlich auszuschließen ist ein solcher Zwischenfall dennoch nicht, daher gilt das Mobiltelefon-Verbot an einigen Tankstellen weiterhin.

An die Tankstelle: Nicht nur zum Tanken

Wer an der Tankstelle hält, sollte die Möglichkeit nutzen und den Reifendruck prüfen. Zum einen sorgt der richtige Reifendruck für eine längere Haltbarkeit der Reifen, zum anderen trägt er zur Sicherheit der Fahrzeuginsassen bei. Denn: Falsch eingestellter Reifendruck verändert die Fahreigenschaften eines Pkw. So kann sich der Bremsweg verlängern, die Kurvenlage verschlechtern oder bei hoher Geschwindigkeit sogar ein Reifen platzen.  

2019 kamen 17 Menschen bei Unfällen aufgrund von Mängeln an der Bereifung ums Leben, 360 wurden schwer verletzt.

Ein zu geringer Reifendruck ist außerdem ein Kostenfaktor, da sich der Spritverbrauch erhöht. Schon bei 0,4 bar unter dem Richtwert, hat das Fahrzeug aufgrund des höheren Rollwiderstands einen Zusatzverbrauch von 0,3 Litern pro 100 Kilometer.

 

Das Überprüfen des Reifendrucks hingegen kostet nur wenige Minuten. Am besten lässt sich der Reifendruck vor der Fahrt überprüfen. Die Reifen sollten nämlich in keinem Fall zu warm sein. 20 Grad Außentemperatur sind ideal, aber abhängig von der Jahreszeit nicht immer gegeben. Die dem Fahrzeug angemessenen Reifendruckwerte lassen sich an verschiedenen Stellen finden: in der Bedienungsanleitung, an der B-Säule bei geöffneter Fahrertür, auf einem Aufkleber im Handschuhfach, auf der Innenseite des Tankverschlusses oder auch in der Reifendrucktabelle der Hersteller.

 

Stimmt der Reifendruck, empfiehlt es sich im Anschluss ebenfalls den Motorölfüllstand, als auch den Stand der Kühlflüssigkeit und des Scheibenwischerwassers zu überprüfen. Gerade vor längeren Fahrten erspart sich der Fahrer dadurch unnötige Stopps und kommt somit wesentlich entspannter am Zielort an.

E-Tanken: Wo und wie ist das möglich?

Nicht jedes E-Auto lässt sich problemlos an jeder Ladestation anschließen. Bei der Auswahl der passenden Ladesäule ist es wichtig darauf zu achten, welcher Steckertyp benötigt wird und welches Ladeverfahren dem Elektrofahrzeug gerecht wird. Es gibt zwei verschiedene Arten von Ladeverfahren. Hier unterscheidet man zwischen Ladung mit Wechselspannung (AC) und mit Gleichspannung (DC). Letztere Technologie wird für Schnellladestationen verwendet, die entweder einen CCS- oder einen CHAdeMO-Stecker benötigen.   

 

Diese spezifischen Informationen können Fahrzeughalter anhand von Smartphone Apps der Betreiber abrufen. Die Apps geben außerdem Aufschluss über die Standorte der Ladesäulen. Oft sind die Standorte aber auch bereits in die Navigationssysteme der Elektrofahrzeuge integriert. Die Bundesnetzagentur stellt eine Karte der öffentlichen Ladeeinrichtungen in Deutschland zur Verfügung.

Bilder: Shutterstock

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