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Sicherheitsgurt ist Lebensretter Nummer 1

Wenn sich alle anschnallen würden, ließen sich jedes Jahr etwa 200 Tote und 1.500 Schwerverletzte im Straßenverkehr vermeiden. Mehr hier.

 

13.11.2018

Die Zahl ist alarmierend: Laut Unfallforschung der Versicherer (UDV)  können rund 200 Verkehrstote und 1.500 Schwerverletzte pro Jahr vermieden werden, wenn sich alle Autoinsassen in Deutschland immer korrekt anschnallen würden. „Das zeigt das große Potenzial, das hier liegt. Mit keiner anderen Einzelmaßnahme ließen sich so viele Verkehrstote vermeiden“, sagt Siegfried Brockmann, Leiter Unfallforschung der Versicherer. Dabei ist die Zahl der „Gurtmuffel“ in Deutschland sehr gering. Nach offiziellen Zahlen der Bundesanstalt für Straßenwesen  (BASt) schnallen sich rund 98 Prozent aller Pkw-Fahrer an.

Bei einem Aufprall wirken enorme Kräfte

Als die Bundesrepublik Deutschland zum 1. Januar 1976 die Gurtpflicht auf Pkw-Vordersitzen einführte, waren die Reaktionen kontrovers. Viele Autofahrer widersetzten sich der Anordnung – Männer fürchteten um ihre Selbstbestimmung, Frauen um ihr Aussehen. Dabei waren schon seit 1970 Sicherheitsgurte bei allen Neuwagen Pflicht, rund zwei Drittel der deutschen Autofahrer erkannten auch den Nutzen für die Verkehrssicherheit. Dennoch nutzten auf der Autobahn nur 15 Prozent den Sicherheitsgurt, in der Stadt sogar nur fünf Prozent . „Ich kann den Aufprall mit der Kraft meiner Hände und Arme abfangen“, so ein damals verbreiteter Irrglaube. Eine fatale Fehleinschätzung, denn: Bei einer Geschwindigkeit von 20 km/h müssten die Arme eines 75 Kilogramm schweren Menschen ein Gewicht von 1.800 Kilogramm  abstützen.

Den Gurt gibt es bereits seit 1903

Der Sicherheitsgurt war damals schon knapp 70 Jahre alt: Erfunden hat ihn 1903 Louis Renault als mühsam anzulegenden Fünfpunktsicherheitsgurt. In der Folgezeit setzte sich der leichter zu benutzende Bauchgurt bei Lkw und Flugzeugen durch, ehe der schwedische Ingenieur Nils Ivar Bohlin 1959 den Dreipunktsicherheitsgurt ersann. Er ist heute aus dem Pkw nicht mehr wegzudenken, Lebensretter Nummer eins und akzeptiert. Das beweisen auch die Zahlen für 2017: 98 Prozent der Fahrer, 99 Prozent der Beifahrer und 97 Prozent der Fondinsassen legen den Gurt an. Die meisten „Gurtmuffel“ gibt es innerorts. Sie glauben fälschlicherweise, der Airbag reiche dort im Falle eines Unfalls aus. Tatsächlich bietet aber nur das Zusammenspiel von Gurt und Airbag den bestmöglichen Schutz.

Richtig sitzen und anschnallen – so geht es

  • Dicke Mäntel, Jacken und Pullover ausziehen
  • Sitzposition richtig einstellen
  • Mit dem Gesäß ganz an die Rücklehne heranrücken
  • Sitzhöhenverstellung nutzen
  • Sitzlehne möglichst aufrecht stellen
  • Bei gedrückter Kupplung darf das Bein nicht durchgestreckt sein
  • Obere Kante der Kopfstütze sollte auf Stirnhöhe liegen
  • Schlosszunge des Gurtes in das Gurtschloss sicher einrasten, Gurt dabei nicht verdrehen
  • Gurt sollte möglichst mittig über dem Schlüsselbein liegen
  • Unteres Gurtteil zwischen Becken und Beinansatz führen
  • Gurt straffziehen
  • Eventuell störende Jacken oder Pullover unter dem Gurt wegziehen

Mehr als jeder dritte „Gurtmuffel“ sitzt hinten

Besonders häufig sind „Gurtmuffel“ auf dem Rücksitz anzutreffen. Nach der UDV-Studie sitzen 57 Prozent der nicht angeschnallten Autoinsassen auf dem Beifahrersitz. Im Fond sind es immer noch 38 Prozent  – und die sind besonders gefährdet: In vielen Fahrzeugen fehlen auf der Rückbank zusätzliche Sicherheitseinrichtungen wie Airbags. Zudem können nicht angeschnallte Fondpassagiere auch Fahrer und Beifahrer verletzten und sogar töten. Bei einem Unfall können sie über die Vordersitze nach vorn geschleudert werden und die dort ordnungsgemäß angeschnallten Personen schädigen. 

Ebenfalls stark gefährdet sind Kleinkinder. Laut einer weiteren UDV-Studie  nutzen Eltern beim Fixieren eines Kindersitzes häufig den Sicherheitsgurt nicht richtig. Sie führen ihn entweder nicht korrekt durch die dafür vorgesehenen Vorrichtungen oder ziehen den Gurt nicht straff genug. Als Gründe geben die für die Studie befragten Eltern Unwissenheit und Zeitmangel an.

Bilder: DVR

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