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Helm bis Handschuhe: Tipps zur Motorradkleidung

Worauf Biker achten müssen, damit sie rundum geschützt sind.

 

30.04.2019

Bei kaum einem Verkehrsmittel ist die Kleidung so wichtig wie beim Motorrad. Sie schützt vor Wind, Regen, Hagel und anderen Witterungsbedingungen. Im äußersten Fall rettet sie sogar Leben. Voraussetzung ist: Biker beachten wichtige Tipps. 

Schutz ist Kopfsache: der Helm

Er ist der wichtigste Teil der Ausrüstung – und deswegen auch gesetzlich vorgeschrieben: der Kopfschutz. In Paragraph 21a der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) heißt es: „Wer Krafträder oder offene drei- oder mehrrädrige Kraftfahrzeuge mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von über 20 km/h führt sowie auf oder in ihnen mitfährt, muss während der Fahrt einen geeigneten Schutzhelm tragen.“

Welches Modell zuverlässig ist? Unabhängig von der Marke sollte die Norm ECE 22-05 beachtet werden. So bezeichnete Helme entsprechen europäischen Sicherheitsstandards und erfüllen unter anderem bestimmte Stoßdämpfungswerte. 

Geschlossene Helme mit Vollvisier schützen optimal, beispielsweise Integralhelme oder Enduro-Tourenhelme. Offene „Jet-Helme“ hingegen haben kein Kinnteil und schützen damit nicht optimal.

Hat man ein Modell ausgewählt, folgt die Anprobe: Sitzt der Helm fest am Kopf? Wenn sich die Kopfhaut an der Stirn verschiebt, wenn man den Helm dreht, ist es optimal. Der Kopfschutz sollte jedoch nicht drücken. Empfehlenswert ist, sich bei der Auswahl viel Zeit zu nehmen und mit dem Kopfschutz eine Probefahrt zu machen.

Nach dem Kauf daran denken: Auch Beifahrer müssen einen geeigneten Kopfschutz tragen. Und: Ist man in einen Unfall verwickelt, sollte man den Helm danach nicht mehr benutzen. Das gilt auch, wenn keine Schäden erkennbar sind. Mit bloßem Auge lassen sich beispielsweise Verformungen an der Außenschale oder kleine Risse kaum entdecken.

2018 war nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamts jeder fünfte Verkehrstote Fahrer oder Mitfahrer auf einem Kraftrad (673 Getötete).

Bedeckt halten: der Motorradanzug

Den gesamten Körper verhüllen: eine Regel, die Biker beherzigen sollten. Viele Motorradfahrer setzen auf Ganzkörperanzüge aus Leder, in der Regel mit Verbindungsreißverschluss zwischen Jacke und Hose. Modelle wie diese schützen vor Sturzverletzungen und haben gute Abriebwerte. Wichtig jedoch: Der Anzug sollte optimal sitzen. Heißt: Ärmel und Hosenbeine sollten lang und weit genug sein, damit der Fahrer auf dem Bike beweglich bleibt.

Ebenfalls darauf achten, dass der Motorradanzug am Hals hoch abschließt – mit dichtem Übergang zum Helm, sodass vollkommener Schutz gewährleistet ist. Empfehlenswert ist auch, beim Kauf auf verstellbare Gurte zur Weitenregulierung an Ärmeln, Beinen und Hüfte zu achten.

Je nach Vorliebe des Fahrers, ist auch ein Anzug aus Textil möglich. In der Regel sind Textilkombinationen bequemer und leichter. Außerdem schützen sie – sofern sie über eine wasserdichte und gleichzeitig atmungsaktive Funktionsmembran verfügen – vor Witterungseinflüssen. Bei den Abriebwerten schneiden Textilanzüge meist schlechter ab als Leder.

Die Protektoren

In vielen Motorradanzügen integriert, schützen zertifizierte CE-Protektoren an empfindlichen Stellen – etwa an Schultern, Ellbogen und Knien. Biker sollten sicherstellen, dass an Hüfte und Rücken ebenfalls Protektoren vorhanden sind. Nur so können sie die Unfallfolgen abmildern und ihre Wirbelsäule schützen.

Alternativ bieten auch Airbagjacken Schutz. Aktuelle Modelle lösen den Mechanismus bei einem Unfall automatisch aus, ohne mit dem Motorrad verbunden zu sein. Sensoren, GPS und Batterie sind dabei im Rückenprotektor enthalten. Das System reagiert schnell und zuverlässig.

Hände und Füße schützen

Wenn man als Biker verunglückt, sind es häufig die Hände, die den Boden zuerst berühren. Um Wunden halbwegs vorzubeugen, gilt: Bei jeder Fahrt Handschuhe tragen. Diese sollten an Handballen, Knöcheln und Innenhand verstärkt bzw. gepolstert sein. Die Stiefel wiederum sollten Fuß, Ferse, Knöchel sowie Wade schützen. Der Tragekomfort sollte dabei nicht zu kurz kommen, damit Biker Bremse und Schalthebel gut bedienen können.  

Sichtbar machen

Ob Jacke, Hose oder Stiefel: Die Kleidungsstücke, die Motorradfahrer tragen, sollten Biker so sichtbar wie möglich machen. Deshalb beim Kauf zu Kleidung oder Zubehör mit reflektierendem und fluoreszierendem Material greifen. Nur so sind Motorradfahrer für andere Verkehrsteilnehmer bei Dunkelheit oder schlechten Sichtverhältnissen gut erkennbar – was häufig schweren Unfällen vorbeugt. 

Praxis-Tipps: So kommen Motorradfahrer sicher durch den Verkehr

  • Motorradfahrer sollten wie Autofahrer regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining absolvieren. Vor allem, wenn sie sich eine neue Maschine zugelegt haben. Sie können sich an die Eigenschaften des Zweirads gewöhnen und deren Beherrschung verbessern. Auch nach einer langen Winterpause ist der Einstieg mit einem Training ratsam.
  • Wer längere Touren plant, sollte sich den Verlauf der Strecke vorher genau anschauen und besondere Bedingungen wie beispielsweise enge Straßen identifizieren.
  • Motorradfahren ist anstrengend: Fahrer und Mitfahrer sollten in guter körperlicher Verfassung sein, um Konzentrationsschwächen zu vermeiden.
  • Motorradfahrer sollten stets vorausschauend und defensiv agieren. Vor allem bei schwer einsehbaren Kurven und Streckenverläufen müssen sie damit rechnen, dass sich Hindernisse hinter Kurven oder Kuppen befinden können.
  • Kraftradfahrer müssen immer mit Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer rechnen bzw. damit, dass sie nicht richtig wahrgenommen werden oder ihre Geschwindigkeit unterschätzt wird.
  • Überholmanöver bei Gegenverkehr unterlassen. Moderne Motorräder verfügen über Assistenzsysteme, die wie im Auto die Sicherheit erhöhen. Dazu gehören ABS, zum Teil auch mit Kurvenfunktion, Traktionskontrolle, Kurvenlicht usw. Allein auf technische Hilfsmittel sollten sich Fahrer jedoch nicht verlassen und sich stets so verhalten, dass sie Gefahren vermeiden.

Im Beitrag werden Krafträder als Fahrzeuge bezeichnet, die Mofas, Kleinkrafträder, Leichtkrafträder sowie Motorräder einschließen. Ausgenommen sind S-Pedelecs sowie drei- und vierrädrige Kraftfahrzeuge.

Bilder: iStock

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