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E-Scooter-Sharing: Trend mit Risiken

So bleibt die Sicherheit nicht auf der Strecke.

 

16.11.2018

Elektroroller stehen in immer mehr Städten bereit. Nach Car- und Bike-Sharing liegen die nahezu geräuschlosen E-Scooter aktuell im Trend. Doch das Fahren mit den E-Scootern birgt auch Risiken. Um sich und andere Verkehrsteilnehmer nicht zu gefährden, sollten Fahrer einige Regeln und Hinweise beachten.

Beim Anbieter registrieren, einen Elektroroller über eine Smartphone-App ausleihen, aufsteigen, losfahren und das Gefährt flexibel am Ziel abstellen: So funktioniert E-Scooter-Sharing. Noch ist der Markt überschaubar, doch er wächst. Einer Studie des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (innoZ) zufolge standen 2017 allein in Berlin bereits 1.700 Elektroroller zur Miete bereit. Wichtig ist jedoch: Fahrer sollten nicht gedankenlos aufsteigen und die Voraussetzungen und Anforderungen kennen.

Ohne Führerschein geht nichts

Die meisten Anbieter verlangen für die Anmeldung eine Pkw-Fahrerlaubnis (Klasse B beziehungsweise 3). Sie berechtigt unter anderem zum Führen von Kleinkrafträdern – also auch zum Fahren von E-Scootern. Das Mindestalter bei Fahrern liegt zwischen 18 und 21 Jahren. Zusätzlich setzen einige Verleiher mindestens ein Jahr Fahrerfahrung voraus. Nutzer benötigen in der Regel ein Smartphone mit installierter App sowie eine Kreditkarte. Die Gebühren unterscheiden sich je nach Anbieter, abgerechnet wird meist nach der Nutzung.

Elektromotorroller gehören auf die Straße

E-Motorroller gelten als Kleinkrafträder, entsprechend ist für sie laut Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) die Motorleistung auf vier kW begrenzt. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 Kilometer pro Stunde. Kraftfahrstraßen und Autobahnen dürfen E-Motorroller-Fahrer nicht benutzen. Dort sind nur Fahrzeuge zugelassen, deren bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit mehr als 60 km/h beträgt. Rad- und Gehwege sind ebenfalls tabu. Das gilt auch für das Abstellen der Kleinkrafträder. Außerdem verboten ist es, rechts an wartenden Fahrzeugen vorbeizufahren. Den stehenden Verkehr, etwa vor einer roten Ampel, links zu überholen ist nur bei ausreichendem Seitenabstand zulässig.

Der Helm ist Pflicht

Für alle Fahrer und Mitfahrer gilt die Helmpflicht entsprechend Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung (StVO). Wichtig: Damit der Helm zuverlässig schützt,  muss der Kinnriemen fest gezogen werden. Viele Verleiher bieten lediglich offene „Jet-Helme“ an, die den Kopf bei einem Unfall unzureichend schützen. Besonders sicher ist ein geschlossener Helm nach ECE-Norm 22-05. Natürlich  muss auch der Beifahrer oder die Mitfahrerin einen passenden Helm tragen. 

Was ist bei der Kleidung wichtig?

Auch wenn eine spontane Rollermiete verlockend ist – ohne geeignete Kleidung sollte man darauf verzichten. Die Fahrzeuge haben weder Airbags noch Knautschzonen. Deshalb auf abriebfeste Stoffe und feste, geschlossene Schuhe mit Knöchelschutz setzen. Darüber hinaus Leder-Handschuhe tragen. Diese schützen nicht nur vor Hautabschürfungen, sie verhindern auch, dass die Finger bei Kälte unbeweglich werden. Bei Dunkelheit und schlechten Sichtverhältnissen hilft Kleidung oder Zubehör mit reflektierenden und fluoreszierenden Materialien dabei, dass man von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen wird. Bei Regen oder Nässe: Regenschutz anziehen. 

Erst checken, dann losfahren

Bevor es losgeht, sollte man den Elektromotorroller – insbesondere Bremsen, Leuchten und Reifen – überprüfen. Ist alles intakt? Falls nicht: Den Schaden dem Anbieter melden und ein anderes Fahrzeug mieten. Ist der Akku ausreichend geladen? Die Ladestandanzeige gibt die verfügbare Reichweite an. Als Faustregel gilt: Ein Prozent Akku entspricht einem Kilometer Strecke. Während der Fahrt beachten: Das Tagfahrlicht muss eingeschaltet sein, die Füße stets im Fußraum stehen lassen. 

Langsam an das Fahrverhalten gewöhnen

Auch wenn die Roller „nur“ 45 km/h fahren dürfen: Gerade Ungeübte sollten die Beschleunigungskraft des Elektromotors sowie die Fahrphysik und Geschwindigkeit nicht unterschätzen. Das gilt besonders in Kurven und auf nasser Fahrbahn. Auch mit der Bremskraft des Rollers sollte man sich vertraut machen. Damit das Fahrzeug nicht wegrutscht, die Vorderradbremse bei eingeschlagenem Lenker grundsätzlich nicht betätigen.

Vorausschauend fahren

Elektroroller sind vergleichsweise klein, schnell und wendig. Das kann Fahrspaß bereiten, doch gleichzeitig droht die Gefahr, Fahrfehler zu machen und von anderen Verkehrsteilnehmern übersehen sowie überhört zu werden. Umso wichtiger, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und stets vorausschauend zu fahren. Dazu gehört auch der regelmäßige Blick in den Rückspiegel. Wer sich so verhält, mit Fehlern anderer rechnet und im Zweifel auf das eigene Recht – etwa auf die Vorfahrt – verzichtet, reduziert das Unfallrisiko.

Zeit zu zweit

Wer einen Sozius mitnimmt, muss sich vergewissern, dass das Modell für zwei Personen zugelassen ist. Wichtig: Das veränderte Fahrverhalten und das zulässige Gesamtgewicht beachten. Mitfahrer sollten möglichst nah hinter dem Fahrer sitzen und sich stets gut festhalten, besonders beim Beschleunigen. In Kurven gemeinsam mit dem Fahrer neigen und auch im Stand die Füße auf den Fußrasten lassen.

Bilder: COUP/joincoup.com

https://www.runtervomgas.de/impulse/artikel/e-scooter-sharing-trend-mit-risiken.html