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Deutschlands intelligente Städte

Auf der Digitalisierung und Elektromobilität ruhen große Hoffnungen – einige Städte erfinden sich und den Verkehr neu.

 

28.02.2018

Digitale Technologien erleichtern den Alltag – auch im Straßenverkehr. In der Hoffnung auf effizientere Mobilität, mehr Sicherheit und weniger Umweltbelastung setzen vor allem Großstädte stärker auf die Digitalisierung des Verkehrs. Diese deutschen Metropolen stechen heraus.

Berlins digitale Meile

Selbstfahrende Autos und Busse, digitale Parkplätze und smarte Ampeln? Im Zentrum der Hauptstadt soll diese Vision wahr werden. Noch fehlt für das Szenario die Gesetzesgrundlage. Doch die technischen Voraussetzungen werden mit der digitalen Protokollstrecke „DIGINET-PS“ auf der Straße des 17. Juni zwischen dem Ernst-Reuter-Platz und dem Brandenburger Tor schon heute geschaffen. Im Mittelpunkt des Projekts, das unter anderem vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) gefördert wird, steht die Vernetzung der Verkehrsteilnehmer ­– sowohl untereinander als auch mit der Streckeninfrastruktur.

Straße des 17. Juni: Teststrecke für digitale Innovationen

Computer, Kameras und Funktechnik am Straßenrand sollen die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen ermöglichen. Ebenfalls teilen Ampeln Autos digital mit, ob sie fahren dürfen. Und: Freie Parkplätze machen auf sich aufmerksam. Das Testfeld steht Technologieunternehmen und Forschungseinrichtungen auch zur Erprobung des automatisierten Fahrens offen. Demnach sollen selbstfahrende Busse und Autos getestet werden – im regulären Verkehr. Vor allem die Verkehrssicherheit soll sich dadurch erhöhen, weil weniger Unfälle entstehen, die auf menschliches Fehlverhalten zurückgehen.

Leipzig steigt um

Die sächsische Metropole überwindet die Grenzen zwischen den Verkehrsmitteln. Die App „Leipzig mobil“ liefert neben Streckeninformationen und Live-Daten zur Verkehrssituation auch aktuelle Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen sowie Standorte von verfügbaren Bike- und Carsharing-Angeboten.

So lässt sich die Route durch Leipzig lückenlos von Tür zu Tür planen. Ebenfalls möglich sind Buchung und Bezahlung per Bankeinzug. Auch außerhalb von Leipzig lässt die App ihre Nutzer nicht im Stich: Bundesweit ermöglicht sie die Nutzung verschiedener Bike- und Carsharing-Dienste. Das erklärte Ziel: Eine vollwertige Alternative zum privaten Pkw schaffen. Wenn weniger Autos unterwegs sind, sinkt auch das Unfallrisiko.

Alles im Fluss in Hamburg

Mit dem Leihfahrrad zum S-Bahnhof, drei Stationen weiter in den Bus umsteigen und für die letzten Kilometer ein Elektroauto mieten: In Hamburg sind – ähnlich wie in Leipzig – nahtlose Verbindungen zwischen unterschiedlichen Verkehrsmitteln möglich. Herzstück ist das Mobilitätsangebot „Switchh“ und eine Smartphone-Anwendung, die nicht nur Bike- und Carsharing-Anbieter miteinander verbindet.

Mit der App können Nutzer alle verfügbaren Verkehrsmittel aus einer Hand buchen und bezahlen. Ergänzend beziehen 15 sogenannte Switchh-Punkte an wichtigen Nahverkehrsstationen Bus- und Bahnlinien ein. Im Rahmen ihrer ITS-Strategie für Intelligente Transportsysteme plant die Hansestadt bis 2019 eine Erweiterung auf insgesamt 100 dieser Umsteige-Hotspots. Auch die sieben Hamburger Elbfährlinien sind für Switchh-Nutzer buchbar.

Verkehrsflüsse intelligent steuern und Staus vermeiden: Auch das wollen Großstädte mit digitalen Lösungen erreichen. Mit „Smart Traffic“ sollen Sensoren am Straßenrand aktuelle Daten zu Witterungsbedingungen, Umweltbelastungen und Verkehrsdichte liefern. Diese werden an Verkehrszentralen übermittelt, um Ampelschaltungen spontan zu regeln, Verkehrsströme umzuleiten und temporäre Umweltzonen zu installieren.

Die damit verbundene Kraftstoff- und Zeitersparnis beziffert der Hightech-Branchenverband Bitkom mit etwa elf Milliarden Euro pro Jahr. Bei intelligenter Verkehrssteuerung dieser Art tut sich vor allem Hamburg hervor: Im Rahmen der ITS-Strategie verfügt die Stadt schon heute über digitale Möglichkeiten zur Verkehrsanalyse und -führung. So gibt es im Hafenbereich ein Netzwerk aus Sensoren, darunter Induktivschleifen, Bluetooth-Detektoren, Videodetektoren und sogenannte Floating-Car-Data. Die daraus resultierenden Daten bilden nicht nur die aktuelle Verkehrssituation ab – sie ermöglichen auch kurzfristige Prognosen, die die Verkehrsteilnehmer erreichen.

„Applenkung“ ist die Kehrseite der Digitalisierung

Smartphone-Anwendungen zählen zu den wichtigsten digitalen Innovationen der vergangenen Jahre. Obwohl sie vielen Menschen den Verkehrsalltag erleichtern, dürfen Pkw-Fahrer, Radfahrer und Fußgänger nicht vergessen, dass Handys und Smartphones im Straßenverkehr auch eine Gefahr darstellen. Schon ein kurzer Blick eines Autofahrers (eine Sekunde) auf das Smartphone bei Tempo 50 bedeutet knapp 14 Meter Blindfahrt. Dass viele Menschen im Verkehr unkonzentriert sind und fatale Folgen damit verbunden sind, belegt eine Studie der Allianz. Demnach geht jeder zehnte Verkehrstote auf Ablenkung zurück. Eine der häufigsten Ursachen ist die Nutzung eines Handys oder Smartphones.

Köln schafft Platz

Geht es um Herausforderungen im städtischen Verkehr, steht die Suche nach Parkplatzen weit oben. Durchschnittlich verbringen Autofahrer 41 Stunden pro Jahr mit der Stellplatzsuche. Dieses Problem sollen digitale Lösungen  regeln. Besserung ist mit dem sogenannten Parkplatz-Sharing in Sicht. Vorreiter ist das Kölner Start-Up „Ampido“, das einen digitalen Marktplatz für Parkplätze geschaffen hat.

Das Prinzip: Autofahrer bieten ihre privaten Parkplätze zur Untermiete an, sofern sie sie selbst nicht nutzen. Eine App zeigt Suchenden freie Stellflächen in der Nähe an. Die Parkdauer und die Gebühren legt der Vermieter fest. Die App übernimmt Buchung und Bezahlung. Erfreulicher Nebeneffekt: Weil sich der sogenannte Parksuchverkehr erheblich verringert, profitiert auch die Umwelt davon.

Ob Berlin, Leipzig oder Hamburg: Viele Städte in Deutschland setzen auf die Digitalisierung, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Manche Projekte steigern die Effizienz des Verkehrs, sodass Pkw-Fahrer weniger Kilometer zurücklegen. Andere Vorhaben wiederum fördern Alternativen zum Auto und reduzieren so das Risiko von Verkehrsunfällen.  

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