Um Ihnen ein angenehmes Online-Erlebnis zu ermöglich, setzen wir auf unserer Website Cookies ein. Durch das Weitersurfen auf runtervomgas.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Detaillierte Informationen und wie Sie der Verwendung von Cookies jederzeit widersprechen können, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung („Einsatz von Cookies" und „Statistische Erfassung).

Runter vom Gas
Alle Ergebnisse

Zärtliche Warnung

Mit Händchenhalten gegen das Unfallrisiko.

 

01.07.2016

Das Smartphone auf der Mittelkonsole piepst verheißungsvoll. Eine neue Nachricht wartet darauf gelesen zu werden. Doch als die Hand nach dem Gerät greift, ertastet sie kein kühles Metall, sondern eine andere Hand.

Erschrocken schnellt sie zurück ans Steuer des fahrenden Wagens. Dorthin, wo sie hingehört. Mit diesem Plot macht die neuseeländische Verkehrssicherheitsbehörde NZ Transport Agency in einem Spot charmant auf die Gefahr von Handys am Steuer aufmerksam.

Gerade für junge Menschen ist das Benutzen des Smartphones eine Selbstverständlichkeit, die ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist. Wie im Autopilot greifen sie hunderte Male am Tag danach, ohne nachzudenken. Dies erklärt vielleicht, warum die meisten sich einer Gefahr zwar bewusst sind, aber dennoch auch während des Autofahrens nicht vom Handy lassen können.

Genau hier setzt die NZ Transport Agency an. „Put me first. Drive phone free“ lautet die Losung der Kampagne, die die Perspektive der Mitfahrenden einnimmt. Die eigene Smartphonenutzung hinterfragt man meist erst dort, wo andere Menschen sich gestört fühlen. Etwa bei einem gemeinsamen Abendessen oder in einer laufenden Kinovorstellung. Doch trotz der ungleich ernsteren Konsequenzen sei das Hantieren mit dem Handy am Steuer noch nicht mit einem gesellschaftlichen Stigma belegt, so die NZ Transport Agency. „Ein kultureller Wandel tritt erst ein, wenn mitfahrende Menschen deutlich machen, dass sie ein Problem damit haben“, heißt es auf der Kampagnenwebsite. Und wie könnte man das schöner zum Ausdruck bringen, als mit einer zärtlichen Berührung?

Tippen am Steuer so gefährlich wie Alkohol

Wie viele Unfälle durch Handynutzung am Steuer verursacht werden — darüber lagen für Deutschland bisher keine verlässlichen Zahlen vor. Aus einer im Juni 2016 veröffentlichten Studie der Technischen Universität Braunschweig geht jedoch hervor, dass eine beunruhigend hohe Zahl von Autofahrern durch Tippen und Lesen auf dem Smartphone abgelenkt ist und somit ein hohes Sicherheitsrisiko eingeht. „Wer während der Fahrt eine Textnachricht schreibt, fährt ähnlich schlecht wie bei 1,3 Promille“, sagt Prof. Mark Vollrath von der TU Braunschweig. Bleibt nur zu hoffen, dass der Griff zum Smartphone während der Fahrt bald ebenso verpönt ist, wie Alkohol am Steuer.

 

Fotos: Screenshots YouTube, Kanal: NZTransport Agency

https://www.runtervomgas.de/horizonte/artikel/zaertliche-warnung.html